Wer Vermögen langfristig erhalten und aufbauen möchte, sollte es auf unterschiedliche Anlageklassen verteilen. Denn Aktien, Anleihen, Immobilien oder Bankguthaben reagieren nicht gleich auf wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Je breiter ein Portfolio aufgestellt ist, desto geringer ist die Gefahr, vollständig von der Entwicklung einer einzelnen Anlage abhängig zu sein.
Edelmetalle können dabei eine besondere Aufgabe übernehmen. Vor allem Gold gilt als stabilisierender Baustein, weil es sich häufig anders entwickelt als Aktien und Anleihen. Zudem ist physisches Gold keine Forderung gegenüber einer Bank, einem Unternehmen oder einem Staat. Wer einen Barren oder eine Münze besitzt, hält einen realen Vermögenswert in den Händen.
Warum kann Gold ein Portfolio stabilisieren?
An den Finanzmärkten bewegen sich verschiedene Anlagen manchmal in dieselbe Richtung. Fallen beispielsweise die Aktienkurse stark, können auch andere Investments unter Druck geraten. Gold besitzt dagegen eigene Preistreiber. In wirtschaftlich oder geopolitisch unsicheren Zeiten steigt häufig die Nachfrage nach dem Edelmetall, weil Anleger einen möglichst unabhängigen Wertspeicher suchen.
Das bedeutet nicht, dass der Goldpreis in jeder Krise automatisch steigt. Langfristig zeigte sich jedoch immer wieder, dass Gold Verluste anderer Anlageklassen teilweise ausgleichen und dadurch die Schwankungen eines Gesamtportfolios reduzieren kann. Genau darin liegt der sogenannte Diversifikationseffekt: Entscheidend ist nicht nur, wie sich eine einzelne Anlage entwickelt, sondern wie alle Bestandteile des Portfolios zusammenspielen.
Was unterscheidet physisches Gold von anderen Anlagen?
Eine Aktie ist mit der Entwicklung eines Unternehmens verbunden, eine Anleihe mit der Zahlungsfähigkeit ihres Herausgebers. Physisches Gold ist dagegen kein Zahlungsversprechen eines Dritten. Es trägt daher kein Emittenten- oder Kontrahentenrisiko.
Gold zahlt zwar keine Zinsen oder Dividenden. Dafür hängt sein Wert aber auch nicht davon ab, ob ein Schuldner seine Verpflichtungen erfüllt. Gerade diese Unabhängigkeit macht das Edelmetall zu einer besonderen Form der Vermögensreserve.
Hinzu kommt seine natürliche Knappheit. Während Geldmengen ausgeweitet und neue Wertpapiere ausgegeben werden können, lässt sich Gold nicht beliebig vermehren. Seine Förderung ist aufwendig und teuer. Gleichzeitig wird das Edelmetall weltweit akzeptiert und gehandelt. Auch Zentralbanken halten große Goldbestände, um ihre Reserven zu diversifizieren und Vertrauen zu schaffen.
Wie schützt Gold die Kaufkraft?
Papierwährungen verlieren durch Inflation im Laufe der Zeit an Kaufkraft. Gold hat sich dagegen über sehr lange Zeiträume als Wertspeicher bewährt. Kurzfristige Preisschwankungen sind zwar jederzeit möglich, über Generationen hinweg konnte das Edelmetall seinen realen Wert jedoch erhalten.
Gold sollte deshalb nicht als Instrument für schnelle Gewinne verstanden werden. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, Vermögen langfristig robuster zu machen und einen Teil davon außerhalb des klassischen Finanzsystems zu bewahren.
Welche Rolle spielen die anderen Edelmetalle?
Innerhalb des Edelmetallanteils bildet Gold in der Regel das Fundament. Silber kann es ergänzen, schwankt jedoch stärker und ist aufgrund seiner großen industriellen Bedeutung stärker von der Konjunktur abhängig. Platin und Palladium werden ebenfalls überwiegend von industrieller Nachfrage beeinflusst und eignen sich daher eher als zusätzliche, chancenorientierte Beimischung.
Die Hausmeinung von pro aurum sieht – abhängig von Risikobereitschaft, Anlagehorizont und persönlicher Lebenssituation – einen Edelmetallanteil zwischen fünf und 25 Prozent im Portfolio vor. Gold bildet dabei das Basisinvestment, während Silber als chancenreichere, aber schwankungsstärkere Ergänzung beigemischt werden kann.
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