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Das Gold-Wiesnbier-Ratio 2026 rauscht weiter nach oben

Posted in: Top News Gold
18. September 2026
Das Gold-Wiesnbier-Ratio 2026 rauscht weiter nach oben

Wer heuer den Gegenwert einer Feinunze Gold in Wiesnbier investieren möchte, würde hierfür 240 Liter des goldenen Gerstensaftes erhalten. Das von der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG entwickelte Gold/Wiesnbier-Ratio, ein augenzwinkernder Cousin des Big-Mac-Index, meldet für 2026 einen neuen Allzeitrekord: 240 Maß Bier bekommt man aktuell für eine Unze Gold. Der bisherige Bestwert von 227 Maß aus dem Jahr 1980 ist damit klar überboten – pünktlich zum 191. Oktoberfest, das am 19. September eröffnet.

Der Weg zum Rekord war kein einfacher

Ganz reibungslos verlief der Weg zu diesem Rekord allerdings nicht. Anfang März markierte der Goldpreis mit über 4.600 Euro ein neues Allzeithoch – mehr als einen Monat später als der entsprechende Rekord in Dollar. Danach folgte eine markante Korrektur: Bis Mitte Juli gab der Goldpreis mehr als 1.000 Euro bzw. knapp 25 Prozent ab und fiel kurzfristig sogar unter die Marke von 3.500 Euro. Erst im August kam diese Talfahrt zum Stillstand.

Im direkten Jahresvergleich zählt am Ende aber nur eines: Notierte Gold Ende August 2025 noch bei 2.950 Euro, waren es ein Jahr später bereits 3.827 Euro – ein Plus von 29,7 Prozent. Der Bierpreis auf der Wiesn hingegen kletterte im gleichen Zeitraum nur minimal, von 15,80 auf 15,90 Euro pro Maß. Das Ergebnis: Eine Unze Gold kauft heuer satte 54 Maß mehr als im Vorjahr.

Vom Wirtshaus-Aufstand zum Rekordjahr

Wer glaubt, Bierpreiserhöhungen seien ein modernes Ärgernis, irrt gewaltig. Schon 1844 sorgte eine Preisanhebung um 30 Prozent in München für handfeste Unruhen – König Ludwig I. musste den Aufschlag nach Protesten sogar wieder zurücknehmen. Von solcher Dramatik ist die Bierpreisentwicklung 2026 weit entfernt: Mit einem Anstieg von gerade einmal 0,6 Prozent wurde die Preisspirale der vergangenen Jahre spürbar gebremst. Zum Vergleich: Seit 1971 liegt die jährliche „Bierinflation“ bei stolzen 4,4 Prozent, seit der Wiedervereinigung bei knapp 4 Prozent.

Für goldaffine Wiesn-Besucher ist das ohnehin nur eine Randnotiz. Denn während der Bierpreis in Euro seit 2019 um mehr als ein Drittel gestiegen ist, hat sich der Preis einer Maß in Gold gerechnet im selben Zeitraum mehr als halbiert.

Die Zahlen im Rückblick

Der Höhenflug der vergangenen Jahre fiel ausgesprochen heftig aus:

2023: 119 Maß pro Unze
2024: 148 Maß (+24,4 %)
2025: 186 Maß (+25,7 %)
2026: 240 Maß (+29 %)

Gegenüber dem Zwischentief von 2018 (93 Maß) bedeutet das ein Plus von 158 Prozent. Und im Vergleich zum historischen Tiefpunkt von 48 Maß in den Jahren 1970/71 – kurz vor der Aufhebung des Goldstandards – hat sich das Ratio glatt verfünffacht. Anders ausgedrückt: In 55 Jahren ist der Bierpreis in Gold gerechnet um 80 Prozent gefallen. Der langjährige Durchschnitt seit 1950 liegt bei 93 Maß – aktuell notiert das Ratio also weit über dem Normalniveau.

Mehr als eine witzige Kennzahl

So kurios der Indikator klingt, so ernst ist sein Kern: Der langfristige Vergleich zeigt, dass die Kaufkraft von Gold gegenüber Wiesnbier erheblich gestiegen ist. Während sich Bier in Euro deutlich verteuert hat, ist sein Preis in Gold gerechnet stark gesunken. Ein tschechisches Sprichwort bringt es launig auf den Punkt: Wo Bier gebraut wird, lebt es sich gut. Und auch Paracelsus wusste das Getränk schon zu schätzen und bezeichnete es einst als eine Art göttliche Medizin. Wer sein Vermögen langfristig gegen Geldentwertung absichern will, findet in Gold seit Generationen eine bewährte Säule dafür.

Ähnliche augenzwinkernde Vergleiche zieht Incrementum übrigens regelmäßig: Am 24. September wird das aktuelle Gold/iPhone-Ratio für 2026 veröffentlicht. Ende Jänner 2027 folgt dann noch anlässlich der 87. Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel das Gold/Skiticket-Ratio. Aller Voraussicht nach dürfte sich Gold auch in diesen Fällen als „Kaufkrafterhalter“ bewährt haben.

Für Bierliebhaber mit Golddepot heißt es also: Heuer kann ohne schlechtes Gewissen kräftig angestoßen werden – „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, diesmal mit besonders viel Bier im Gegenwert für ihr Gold.

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