Selten habe ich an den Goldmärkten innerhalb weniger Monate derart unterschiedliche Marktphasen erlebt wie 2026. Auf eine beeindruckende Rekordjagd zu Jahresbeginn folgte ein heftiger Einbruch, anschließend eine monatelange Korrektur und schließlich eine kräftige Erholung im Sommer. Wer nur auf Anfangs- und Endpunkte schaut, übersieht deshalb einen wesentlichen Teil der Geschichte. Denn gerade die starken Richtungswechsel zeigen, welche Kräfte den Goldpreis mittlerweile bewegen. Neben der Geldpolitik und den Realzinsen spielen die Goldkäufe der Notenbanken, die Kapitalströme bei Gold-ETFs und die Positionierung an den Terminmärkten eine wichtige Rolle. Hinzu kamen 2026 geopolitische Konflikte, ein zeitweise starker Dollar und wachsende Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen. Für mich liefert dieses Zusammenspiel eine wichtige Erkenntnis: Selbst ein langfristig positives Umfeld für Gold schließt heftige Rückschläge keineswegs aus.