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Einfach erklärt: Was bedeutet LBMA?

Posted in: Top News Edelmetalle
10. August 2026
Einfach erklärt: Was bedeutet LBMA?

Wer Goldbarren kaufen möchte, begegnet früher oder später der Abkürzung LBMA. Die vier Buchstaben stehen für „London Bullion Market Association“. Doch was verbirgt sich dahinter – und warum ist die LBMA auch für private Goldanleger wichtig?

Vereinfacht gesagt ist die LBMA eine internationale Vereinigung der Gold- und Silberbranche. Zu ihren Mitgliedern gehören Banken, Edelmetallhändler und Raffinerien – also Unternehmen, die Rohgold reinigen und zu Barren verarbeiten. Die LBMA legt einheitliche Qualitätsstandards fest und trägt so dazu bei, dass Edelmetalle weltweit zuverlässig gehandelt werden können.

London ist seit Jahrhunderten ein wichtiges Zentrum des Goldhandels. Dieser findet nicht an einer klassischen Börse statt. Große Marktteilnehmer handeln meist direkt miteinander. Damit dabei für alle dieselben Qualitätsmaßstäbe gelten, braucht es anerkannte Standards. Genau dafür sorgt die LBMA.

Was bedeutet „Good Delivery“?

Die bekannteste Aufgabe der LBMA ist die Führung der Good Delivery Lists für Gold und Silber. „Good Delivery“ bedeutet sinngemäß, dass ein Barren die Voraussetzungen für den Handel auf dem Londoner Edelmetallmarkt erfüllt. Auf den Listen stehen nur Raffinerien, die strenge Anforderungen erfüllen.

Geprüft wird zum Beispiel, ob die Barren das vorgeschriebene Gewicht und die notwendige Reinheit besitzen. Auch Kennzeichnung, Form und Oberfläche müssen stimmen. Außerdem muss eine Raffinerie nachweisen, dass sie erfahren, wirtschaftlich stabil und in der Lage ist, dauerhaft Barren in gleichbleibend hoher Qualität herzustellen.

Ein solcher London Good Delivery Goldbarren ist allerdings viel größer als die üblichen Anlagebarren für Privatkunden. Er wiegt ungefähr 400 Feinunzen beziehungsweise rund 12,5 Kilogramm und besteht zu mindestens 99,5 Prozent aus Gold. Diese Barren werden vor allem von großen Marktteilnehmern gehandelt und gelagert.

Kleinere Anlagebarren von einem Gramm bis zu einem Kilogramm sind deshalb streng genommen keine London Good Delivery Bars. Sie können aber von einer Raffinerie stammen, die auf der Good Delivery List der LBMA geführt wird. Das ist für Anleger ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Barren solcher Hersteller sind international bekannt und werden von Edelmetallhändlern in der Regel problemlos akzeptiert.

Häufig ist im Handel von „LBMA-zertifizierten Barren“ die Rede. Ganz genau ist diese Formulierung nicht. Die LBMA prüft nicht jeden kleinen Barren einzeln. Sie erkennt vielmehr Raffinerien und deren große Standardbarren für den Londoner Markt an. Präziser wäre daher die Aussage: Der Anlagebarren stammt von einer Raffinerie, die auf der Good Delivery List der LBMA steht.

Zur Qualität gehört für die LBMA auch die Herkunft des Edelmetalls. Raffinerien auf der Good Delivery List müssen belegen, woher ihr Gold und Silber stammt. Außerdem müssen sie ihre Lieferketten kontrollieren und sich jedes Jahr von unabhängigen Prüfern untersuchen lassen. Werden die Regeln nicht eingehalten, kann eine Raffinerie von der Liste gestrichen werden.

Was bringt die LBMA privaten Goldanlegern?

Für Anleger schafft die LBMA vor allem Orientierung und Vertrauen. Wer einen Barren eines anerkannten Herstellers kauft, kann meist davon ausgehen, dass Gewicht, Reinheit und Kennzeichnung verlässlichen Standards entsprechen. Die internationale Bekanntheit der Hersteller erleichtert häufig auch einen späteren Verkauf. Eine Garantie für jeden einzelnen Barren ist die Aufnahme des Herstellers in die Liste jedoch nicht. Deshalb bleibt auch die Wahl eines seriösen Edelmetallhändlers wichtig.

Auch beim Goldpreis spielt die LBMA eine zentrale Rolle. Der sogenannte LBMA-Goldpreis wird an Handelstagen zweimal täglich ermittelt: um 10.30 Uhr und um 15.00 Uhr Londoner Zeit. Dies geschieht in einer elektronischen Auktion. Organisiert wird sie von einem unabhängigen Unternehmen, der ICE Benchmark Administration. Der dabei ermittelte Wert dient weltweit als Orientierung für den Goldhandel.

Der LBMA-Goldpreis ist allerdings nicht mit dem Verkaufspreis eines kleinen Barrens oder einer Goldmünze gleichzusetzen. Bei Anlageprodukten kommen unter anderem Kosten für Herstellung, Transport, Versicherung und Handel hinzu. Deshalb liegt der tatsächliche Kaufpreis meist über dem reinen Goldwert.

pro aurum ist seit 2020 Mitglied der LBMA und wird dort als Edelmetallhändler geführt. Vor der Aufnahme wird ein Unternehmen geprüft. Außerdem müssen drei bestehende LBMA-Mitglieder, mit denen bereits eine längere Geschäftsbeziehung besteht, eine Empfehlung aussprechen. Jedes Mitglied verpflichtet sich zudem zur Einhaltung des „Global Precious Metals Code“. Darin sind wichtige Regeln für einen fairen, verlässlichen und transparenten Edelmetallhandel festgelegt.

Die Mitgliedschaft von pro aurum ist somit kein Prüfsiegel für einen einzelnen Goldbarren. Sie zeigt jedoch, dass das Unternehmen international anerkannt und eng mit dem weltweiten Edelmetallmarkt verbunden ist. Für Anleger steht die LBMA damit vor allem für klare Qualitätsstandards, kontrollierte Lieferketten und eine bessere Handelbarkeit von Gold und Silber.

Bildquelle: Composing pro aurum

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