Wer Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegt, freut sich über Zinsen – auch wenn sie niedrig ausfallen. Doch ein höherer Kontostand bedeutet nicht automatisch, dass man sich mehr leisten kann. Denn gleichzeitig können Waren und Dienstleistungen teurer werden. Ob die Kaufkraft tatsächlich wächst, zeigt der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite.
Was bedeutet nominale Rendite?
Die Rendite beschreibt den Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Als nominal bezeichnet man sie, solange die Inflation unberücksichtigt bleibt.
Ein Beispiel: Werden aus 10.000 Euro innerhalb eines Jahres durch Zinsen 10.300 Euro, beträgt die nominale Rendite drei Prozent. Kosten und Steuern bleiben bei dieser Rechnung zunächst außen vor.
Was bleibt nach der Inflation übrig?
Steigen die Preise im selben Jahr um vier Prozent, kosten Waren und Dienstleistungen, für die zuvor 10.000 Euro nötig waren, nun 10.400 Euro. Die angesparten 10.300 Euro reichen dafür nicht mehr aus. Trotz des Zinsgewinns ist die Kaufkraft gesunken.
Die reale Rendite berücksichtigt diese Preisentwicklung. Im Beispiel liegt sie bei rund minus einem Prozent. Als Faustregel gilt: Nominale Rendite minus Inflationsrate ergibt näherungsweise die reale Rendite. Für einen tatsächlichen Kaufkraftgewinn muss die Rendite auch nach Kosten und gegebenenfalls Steuern über der Inflationsrate liegen.
Warum sind Sachwerte im Portfolio wichtig?
Bankguthaben und klassische Anleihen zählen zu den Geldwerten: Sie begründen Ansprüche auf Geldzahlungen. Bleibt ihre Rendite hinter der Inflation zurück, verlieren Anleger jedoch an Kaufkraft.
Sachwerte wie Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und können deshalb einen wichtigen Beitrag zum Vermögensschutz leisten. Ihr Wert ist nicht auf einen festen Geldbetrag begrenzt. Sie bieten Chancen auf langfristigen Kaufkrafterhalt und Wertzuwächse. Auch bei ihnen zählt letztlich die Rendite nach Berücksichtigung der Inflation.
Welche Rolle spielt Gold beim Kaufkrafterhalt?
Gold ist knapp, lässt sich nicht beliebig vermehren und wird weltweit nachgefragt. Als physischer Vermögenswert ist es zudem kein Zahlungsversprechen eines Schuldners. Das macht es zu einer wertvollen Reserve für den langfristigen Vermögensschutz.
Gold zahlt keine Zinsen. Wer es hält, verzichtet auf mögliche Zinserträge anderer Anlagen – Fachleute sprechen von Opportunitätskosten. Entscheidend ist aber auch, was von diesen Zinsen nach Inflation übrig bleibt. Niedrige oder negative Realzinsen können Gold deshalb attraktiver machen.
Wie deutlich Gold an Kaufkraft gewinnen kann, veranschaulicht ein Autovergleich: 1990 kostete ein VW Passat rund 35.000 D-Mark, eine Feinunze Gold etwa 621 D-Mark. Für den Wagen benötigte man damit rechnerisch rund 56 Feinunzen Gold. Am 20. September 2026 liegt der Einstiegspreis bei 42.930 Euro. Bei einem Goldkurs von 3.811,50 Euro je Feinunze entspricht das rund 11,3 Feinunzen. Auf Basis dieser Preise benötigt man für einen Passat heute rechnerisch rund 80 Prozent weniger Gold als 1990.
Der Vergleich macht den langfristigen Kaufkraftgewinn von Gold gegenüber diesem Auto anschaulich: Für einen Passat ist heute rechnerisch nur noch etwa ein Fünftel der damaligen Goldmenge erforderlich. Unterschiede zwischen den Fahrzeuggenerationen und Handelsspannen bleiben dabei unberücksichtigt. Auch wenn sein Preis schwankt, kann Gold als langfristiger Wertspeicher einen wertvollen Beitrag dazu leisten, Kaufkraft zu bewahren und finanzielle Spielräume für die Zukunft zu sichern.
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