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Gold zurück über 4.000 Dollar: US-Zwischenwahlen geben neuen Auftrieb

Posted in: Top News Gold
4. November 2026
Gold zurück über 4.000 Dollar: US-Zwischenwahlen geben neuen Auftrieb

Der Goldpreis hat die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze zurückerobert. Am Morgen des 4. November legte das Edelmetall nach den US-Zwischenwahlen um mehr als zwei Prozent zu. Ein schwächerer Dollar und sinkende US-Anleiherenditen gaben Auftrieb. Zugleich zeigen neue Daten des World Gold Council (WGC), wie stark Zentralbanken ihre Goldreserven im dritten Quartal ausgebaut haben.

Zentralbanken stocken ihre Reserven deutlich auf

Nach Schätzung des WGC kauften Zentralbanken im dritten Quartal 2026 netto rund 321 Tonnen Gold. Das waren 42 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, der bei 227 Tonnen je Quartal liegt.

Unter den offiziell gemeldeten Käufern lag China mit rund 63 Tonnen vorn, gefolgt von Polen mit rund 40 Tonnen. Kasachstan und Usbekistan ergänzten ihre Bestände um jeweils 14 Tonnen. Die Gesamtschätzung des WGC berücksichtigt auch Käufe, die bislang nicht gemeldet wurden.

Die verstärkten Zukäufe gingen mit niedrigeren Durchschnittspreisen als im ersten Quartal einher. Nach Einschätzung des WGC könnten die günstigeren Kurse die Käufe begünstigt haben. Im Vordergrund stehen dem Verband zufolge jedoch langfristige Ziele: die Streuung der Reserven und das Management von Risiken.

Die am 3. November veröffentlichten Zahlen betreffen die Monate Juli bis September. Sie belegen damit keine Käufe nach dem jüngsten Kursrutsch Ende Oktober. Sie zeigen aber, dass Zentralbanken auch während der Korrektur im Jahresverlauf in erheblichem Umfang Gold erworben haben.

US-Zwischenwahlen geben Gold Rückenwind

Den unmittelbaren Impuls für die jüngste Erholung lieferten die US-Zwischenwahlen. Die Demokraten haben die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen. An den Märkten wuchs die Erwartung, dass Präsident Donald Trump geplante Steuersenkungen und zusätzliche Ausgaben im neuen Kongress schwerer durchsetzen könnte. Dieser tritt im Januar 2027 zusammen.

Daraufhin gaben der Dollar und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen nach. Beides kann Gold stützen: Ein schwächerer Dollar macht das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Sinkende Anleiherenditen verringern zugleich den Zinsvorteil konkurrierender Anlagen. Gold selbst zahlt weder Zinsen noch Dividenden.

Damit hat sich das kurzfristige Marktbild gegenüber Ende Oktober verändert. Am 30. Oktober war Gold noch unter 3.900 Dollar je Feinunze gefallen. Nach Einschätzung von Commerzbank-Analysten könnten Verluste bei Technologieaktien zusätzliche Goldverkäufe ausgelöst haben. Wer bei kreditfinanzierten Anlagen weitere Sicherheiten stellen muss, kann sich durch den Verkauf anderer Vermögenswerte die benötigte Liquidität beschaffen.

Das Zinsumfeld bleibt entscheidend

Die Erholung bedeutet allerdings nicht, dass die Belastungsfaktoren verschwunden sind. Die US-Notenbank Fed beließ ihre Leitzinsspanne am 28. Oktober bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Zwei Mitglieder des zuständigen Ausschusses stimmten für eine Erhöhung. Eine weitere Straffung der Geldpolitik bleibt damit ein Thema.

Auch der Iran-Konflikt birgt Risiken. Eine erneute Eskalation könnte die Ölpreise steigen lassen und den Inflationsdruck verstärken. Für Gold ist die Wirkung nicht eindeutig: Geopolitische Unsicherheit kann die Nachfrage nach Absicherung erhöhen. Gleichzeitig können steigende Zinserwartungen das unverzinste Edelmetall belasten. Neue Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung liefert der für den 6. November angekündigte US-Arbeitsmarktbericht.

Gold bleibt ein langfristiger Vermögensbaustein

Die Zentralbankkäufe unterstreichen die strategische Bedeutung von Gold. Physische Barren und Münzen sind kein Zahlungsversprechen eines Staates, einer Bank oder eines Unternehmens. Das weltweit handelbare Edelmetall kann helfen, Vermögensrisiken breiter zu streuen.

Auch für private Anleger liegt darin ein wesentlicher Nutzen. Die starken Kursschwankungen der vergangenen Tage zeigen zugleich, dass Gold keine kurzfristige Wertgarantie bietet. Als langfristige Ergänzung zu anderen Anlagen behält es jedoch seine eigenständige Funktion: als greifbarer Sachwert und als Reserve, deren Bedeutung über den nächsten Zinsentscheid oder Wahlausgang hinausreicht.


Bildquelle: Composing / pro aurum

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