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Gold: 2017 – hohes Maß an Spannung garantiert

 

Vermögens 1x1

21.12.16

Gold: 2017 – hohes Maß an Spannung garantiert

Spannung garantiert - Gold 2017Nach der diesjährigen Achterbahnfahrt des Goldpreises fragen sich viele Anleger, wie sich wohl der Krisen- und Inflationsschutz im kommenden Jahr entwickeln wird. Eines dürfte dabei relativ sicher sein – Langeweile dürfte an den Goldmärkten keine aufkommen.

Dafür scheint die Gemengelage einfach nicht geschaffen zu sein, schließlich leben wir derzeit alles andere als in einer „heilen Finanzwelt“- Risiken sind zahlreich vorhanden und nicht zu übersehen. So wurde zum Beispiel der „Brexit“ bislang lediglich angekündigt, vollzogen wurde der EU-Austritt Großbritanniens hingegen noch nicht. Wie dessen Konditionen aussehen werden, ist daher völlig offen.

Dies birgt – sowohl für Großbritannien als auch für die Eurozone – erhebliches Risikopotenzial.

Belastungsfaktoren en masse

Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, sieht aber noch weitere potenzielle Risiken. So droht nach dem Rücktritt von Matteo Renzi auch in Italien Ungemach. Diesbezüglich bemerkt Hartmann: „Italiens Banken haben ein Riesenproblem und sitzen auf faulen Krediten in Höhe von ungefähr 360 Milliarden Euro. Die TARGET2-Verbindlichkeiten gegenüber Deutschland haben erneut Rekordhöhen erreicht. Fundamental hat sich also bislang nichts zum Besseren gewendet.“ Edelmetallprofi Hartmann zieht daher folgendes Fazit: „Neue Köpfe – alte Probleme!“

Doch damit nicht genug. So ist davon auszugehen, dass die Menschen in den Niederlanden und in Frankreich die Nase voll haben von der aktuell regierenden politischen Elite. Hartmann schließt einen Wahlsieg von Geert Wilders im März nicht aus, während er einen Wahlsieg des Front National in Frankreich für eher unwahrscheinlich hält. Und auch die Bundestagswahl im Herbst verspricht spannend zu werden. Robert Hartmann meint: „Die Spekulationen rund um die Wahlen könnten dem Euro schaden. Kurse unterhalb der Parität zum US-Dollar sind für 2017 nicht auszuschließen.“

Außerdem wird sich jenseits des Atlantiks im kommenden Jahr wahrscheinlich zeigen, ob die von Investoren verteilten Vorschusslorbeeren nach dem Wahlsieg von Donald Trump gerechtfertigt oder eher übertrieben waren. Nur zur Erinnerung: Der politisch unerfahrene und tendenziell unberechenbare Newcomer Trump wird erst am 20. Januar sein Amt antreten. Dann wird es für ihn, seine Regierungsmannschaft und den Rest der Welt ernst.

Comeback der Inflation wahrscheinlich

Heftig bergauf ging es in den vergangenen Wochen vor allem mit den Renditen von US-Staatsanleihen. Unmittelbar vor dem Wahlsieg von Donald Trump lagen diese bei zehn Jahren Restlaufzeit noch bei lediglich 1,86 Prozent, Mitte Dezember war bereits ein Wert von über 2,6 Prozent zu beobachten. Die US-Inflationsrate lag im Dezember bei 1,7 Prozent, was die inflationsbereinigten Realzinsen wieder in den positiven Bereich zurückkehren ließ. Aufgrund der 2016 zu beobachtenden massiven Verteuerung von Rohstoffen aus den Bereichen Energie, Industriemetalle und Landwirtschaft dürften die Zeiten niedriger Inflation erst einmal vorüber sein. EZB und Fed streben bei der künftigen Teuerungsrate eine Zielmarke von zwei Prozent an. Ob sich diese im Falle einer Aufwärtsbewegung auf zwei Prozent „zähmen“ lässt, bleibt abzuwarten und darf durchaus bezweifelt werden. Sobald das Thema „Inflation“ an die Finanzmärkte zurückkehrt, dürfte auch das bewährte Gegenmittel hierfür – der Inflationsschutz in Form von Gold – ein Comeback feiern.

Die Kursziele der Analysten für 2017

Über eines konnte man sich 2016 an den Goldmärkten wahrlich nicht beklagen: Langeweile. Nach einem fulminanten Jahresstart, der den Goldpreis auf Dollarbasis in der Spitze um 30 Prozent verteuert hat, waren vor allem der Ausbruch aus dem Abwärtstrend und das damit verbundene Trendwechselsignal ein heiß diskutiertes Thema. 2017 dürfte insbesondere für uns Europäer aufgrund der bereits erwähnten Wahlen spannend werden. Das heißt: Die politische Unsicherheit dürfte weiterhin ein ständiger Wegbegleiter des Goldpreises bleiben.

Nichtsdestotrotz wollen wir Ihnen die Analystenprognosen zum Goldpreis nicht vorenthalten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Kursziele von Analysten ermittelt, die nicht älter als sechs Monate sind. Im Durchschnitt wird für das vierte Quartal 2017 ein Goldpreis in Höhe von 1.294 Dollar prognostiziert. Bei den insgesamt 27 erfassten Prognosen gibt es allerdings erhebliche Abweichungen. Während das pessimistischste Kursziel von Rising Glory Finance stammt und bei 900 Dollar liegt, erwartet die Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG einen Anstieg auf 1.800 Dollar. Den stark differierenden Prognosen kann man aber durchaus positive Aspekte abgewinnen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt nämlich, dass es häufig anders kommt, wenn sich die Analysten extrem einig sind. In diesem Fall bestünde nämlich die Gefahr, dass sich die meisten Investoren bereits entsprechend positioniert haben.

Das erwartet pro aurum 2017

Sollte sich der positive Trend beim Dollar in 2017 fortsetzen, hält Robert Hartmann bei Gold weitere Kursverluste für möglich und erklärt: „Kurse um 1.050 bzw. 1.080 Euro sehe ich aber als guten Einstieg für mittel- bis langfristig orientierte Anleger.“ Neben den politischen Risiken in Europa und in den USA sollten Anleger aber auch die Entwicklungen in Indien und China genau im Auge behalten. Sollte es dort aufgrund von Kapitalkontrollmaßnahmen oder Restriktionen beim Goldhandel zu einem signifikanten Rückgang der Nachfrage kommen, wäre dies zweifellos kontraproduktiv für den Goldpreis. In einem Punkt zeigt sich Robert Hartmann aber zuversichtlich und meint: „Die im August registrierten rekordhohen spekulativen Positionen an der New Yorker Terminbörse Comex sind nahezu bereinigt. Von hier droht wohl keine Gefahr mehr. Ich gehe davon aus, dass im Jahr 2017 die Inflationserwartungen steigen werden, was grundsätzlich gut für die Edelmetalle wäre.“ Er empfiehlt jedem Privatanleger, 15 bis 20 Prozent seines liquiden Vermögens in Gold und Silber zu investieren und dabei eine Quote von 80 Prozent Gold und 20 Prozent Silber anzustreben. 


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