Zurück auf Los?

Chartanalyse

Vor vier Wochen war ich nicht davon ausgegangen, dass der Goldpreis bereits jetzt aus seinem Keil nach oben ausbrechen könnte. Vielmehr erschien mir ein erneuter Anlauf und Test der Marke um 1.000 USD für den Abschluss des viereinhalbjährigen Bärenmarktes notwendig. Mittlerweile aber hat der Markt klar und deutlich gesprochen. Der Ausbruch über 1.140 USD ist vollzogen und die anschließende Bewegung zeigte den typisch brachialen Charakter einer Keilauflösung. Wie ausführlich weiter oben dargelegt, ist mit diesem Ausbruch ein mittelfristiges Kursziel bei 1.500 USD aktiviert worden. Gleichzeitig macht sich am Goldmarkt eine Art Aufbruchsstimmung breit, so dass die großen Marktteilnehmer in Zukunft eher „buy the dips“ anstatt „sell the rallies“ rufen werden. Die übergeordnete Trendwende ist damit so gut wie in trockenen Tüchern. Allerdings folgt auf die erste Welle einer neuen Aufwärtsbewegung immer eine tiefe zweite Korrekturwelle. Das kurzfristige Kursgeschehen mahnt jedenfalls zur Vorsicht und wirkt zunehmend korrektiv. Mein idealer Fahrplan sieht nun wie folgt aus:

Gold steckt bereits in einer Korrektur mit Ziel 1.120 USD – 1.130 USD. Ab Mitte März müsste eine Erholung folgen, welche allerdings nicht über 1.200 USD hinauskommen wird. Erst ab Juni/Juli sollte der Goldmarkt gemäß dem saisonalen Zyklus bereit für die nächste Anstiegswelle sein und ausgehend von etwa 1.140 USD durchstarten, um in Welle 3 bis zum Frühjahr 2017 tatsächlich bis auf 1.500 USD anzusteigen.

Mit einem direkten Anstieg über 1.240 USD in den nächsten Tagen, wäre dieses Szenario jedoch hinfällig und die Bullen müssten die Notierungen direkt weiter bis auf 1.310 USD treiben können. Sogar ein direkter Durchmarsch bis auf 1.500 USD wäre dann denkbar. Für diesen äußerst bullischen Ansatz spricht die stark gestiegene Nachfrage durch die Gold-ETFs, welche den physischen Markt aktuell massiv unter Druck setzen. Es müsste sich bereits in den nächsten Tagen klarer abzeichnen, ob die kommerziellen Händler und Goldproduzenten mit ihren Hedges diesem Kaufdruck vorläufig den Gar ausmachen können

Insgesamt sind bis Sommer in jedem Fall noch Geduld und Zurückhaltung angebracht. Der DAX hat bei 10.730 noch ein offenes Gap und es wäre nicht verwunderlich, wenn dieses zunächst noch geschlossen wird, bevor der Bärenmarkt hier wirklich beginnt. Das müsste für Gold und die Minenaktien noch einmal eine Schwächephase mit sich bringen. Übergeordnet zeichnet sich aber doch immer klarer ab, dass die Anlageklasse „Edelmetalle“ in den nächsten Jahren der große Gewinner sein wird. Insofern sollten sie sich mit tiefen „Abstauberlimits“ auf die Lauer legen.

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