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Ronald-Peter Stöferle: Gold und Minenaktien werden unterschätzt

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Auf den ersten Blick ist es geradezu schmerzhaft, die Entwicklung des Goldpreises der letzten Jahre zu betrachten. Seit 2011 hat er um 40 Prozent nachgegeben. Für viele Marktbeobachter ist der Preisrutsch eine gerechtfertigte Rückkehr zu einem fundamental angemessenen Niveau. Gegen diese Auffassung wehrt sich Ronald-Peter Stöferle, Vermögensberater der Incrementum AG aus Liechtenstein. In einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung nimmt er den Goldskeptikern kräftig Wind aus den Segeln: Er weist darauf hin, dass in der öffentlichen Betrachtung vor allem dem Preis in Dollars die breite Beachtung zukommt. Tatsächlich hat sich jedoch in jeder vom US-Dollar entkoppelten Währung der Gold-Bullenmarkt fortgesetzt, beispielsweise in Euro, im kanadischen und im australischen Dollar oder im Yen. Stöferle führt darüber hinaus aus, dass Währungen lediglich ein Bezugssystem für die Wertbestimmung darstellen. Und diese Bezugsmenge wird seit Jahren künstlich vermehrt, ist also immer weniger stabil und somit auch nur bedingt als Vergleichswert für den Goldpreis geeignet.

In seinem Artikel beschreibt Ronald-Peter Stöferle das Gold als bevorzugtes Zahlungsmittel besonders in Krisenzeiten. Er glaubt, dass die Geldpolitik die Lage – anders als allgemeinhin vermutet – nicht im Griff hat, die Stimmung ist lediglich aufgrund günstiger Kredite gut. Die wenigsten Kredite sind jedoch mit realen Werten besichert – Kreditausfälle werden also immer wahrscheinlicher und hätten verheerende Folgen. Laut Stöferle wurden falsche Anreize gesetzt, und die zugrunde liegenden strukturellen Probleme haben sich weiter verschärft. Die weltweiten Schuldenberge haben nach seiner Berechnung seit 2007 um weitere 40 Prozent zugelegt. Gold profitiert von diesem Wettlauf der Schulden auf den ersten Blick nicht.

Tatsächlich könnte das Edelmetall jedoch als Gewinner aus der Nullzinsphase hervorgehen. Denn die Realzinsen, also die Differenz aus nominalen Zinsen und Inflationsrate, sind zuletzt angestiegen. Und die Inflation, die durch Schulden geschaffen wurde, könnte aus dem Vermögenssegment früher oder später auf das allgemeine Preisniveau überschwappen – und dann ist Gold als Inflationsversicherung wieder gefragt. Aus Sicht von Ronald-Peter Stöferle wird das Potenzial von Gold und Goldminenaktien also unterschätzt.


Lesen Sie hier von Ronald-Peter Stöferle: Naht das Ende des Gold-Bärenmarktes?

Ansprechpartner

 Ronald Stöferle

Herr Ronald Stöferle

Managing Director, Incrmentum AG


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