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Robert Halver: Dramatischer Anstieg von Gold wäre fundamental gerechtfertigt

Vermögens 1x1

Es ist das altbekannte Spiel: Die Aktienmärkte korrigieren heftig, die Abwärtsrisiken überwiegen – und trotzdem wagen sich die Anleger immer wieder aufs Neue auf das brüchige Börsenparkett. Sicherheit ist auch im Herbst 2015 offenbar nicht gefragt, das macht zumindest der Goldpreis deutlich. Dabei wäre ein dramatischer Anstieg des Goldpreises fundamental gerechtfertigt, erklärt Kapitalmarktexperte Robert Halver im Interview mit dem Internetportal „finanzen.net“. Dennoch glaubt er, dass Gold und Silber auf absehbare Zeit nicht dramatisch ansteigen. „Schuld daran sind die Notenbanken, die Gold an den Terminmärkten drücken“, erklärt Halver. Nach seiner Einschätzung ist eine starke Ersatzwährung „Gold“ eine zu große Gefahr für die Politik des billigen Geldes. Für Halver bleibt das Edelmetall dennoch eine solide Vermögensversicherung. „Für das süße Gift der Schuldenfrönerei mit dem Segen der Gelpolitik werden wir irgendwann die Rechnung erhalten“, warnt Halver.

Im Gespräch mit „finanzen.net“ geht der Experte auch auf die aktuellen Turbulenzen an den Aktienmärkten ein. Er sieht die Gefahr einer nachhaltigen Beschädigung des Wirtschaftsstandortes Deutschland, denn aus seiner Sicht gibt es bereits drei Problem-Branchen in Deutschland. Neben den „kaputt regulierten“ Banken, den Versicherern, die unter den mickrigen Zinsen leiden, sowie den Versorgern wurde nun auch ein Traditionskonzern wie VW an den Börsen zum Abschuss freigegeben. Das Geschäftsmodell „Made in Germany“ hat dramatischen Schaden genommen. Und der zyklische DAX-Index wird immer stärker der Old Economy zugeordnet. Deutsche digitale Zukunftsunternehmen gibt es kaum, aufstrebende Biotech-Firmen tummeln sich in Amerika und Asien. Für Aktienanleger empfiehlt Robert Halver starke Nerven in den kommenden Wochen. Die Anleger dürften im Oktober noch das große Reinemachen in Sachen deutscher Aktien betreiben, danach sollten sich die Wogen allerdings glätten. Mit Sorge blickt Halver währenddessen nach China. Er glaubt, dass die chinesische Erfolgsgeschichte nur mit staatlichen Investitionen in dramatischem Ausmaß weiter möglich wäre.

Ein möglicher Ausweg aus der Abwärtsspirale aus Niedrigzinsen und Megaschulden ist für Robert Halver schnell und einfach möglich: Reformen. „Aber welcher Verantwortliche in Europa setzt schon auf Reformen, wenn sie die eigene Abwahl bedeuten?“, wirft er jedoch ein. Er befürchtet, dass die immense Schuldenlast weiter steigen und von der EZB getragen werden muss. Solange die Notenbanken die Schulden zur Not flächendeckend aufkaufen, geht die Welt nach Einschätzung von Robert Halver nicht zugrunde. Allerdings ist diese Entwicklung alles andere als gesund. „Ohne attraktive Standortfaktoren werden Unternehmen Abstimmung mit Füßen betreiben“, warnt er. Und viele Unternehmen dürften in Richtung Amerika und Asien abwandern. Auch in Deutschland ist jedoch keinerlei Reformwillen zu erkennen, „weil man in die schwarze Null, also in einen ausgeglichenen Haushalt, beinahe schon verliebt ist.“

Hier können Sie das komplette Interview lesen

 Robert Halver

Herr Robert Halver

Leiter der Kapitalmarktanalyse Baader Bank


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