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Investment-Strategien im Rahmen der Makro-Zyklik

Quer gedacht

„In den kommenden drei bis fünf Jahren werden wir massive Umbrüche in der Finanzwelt erleben“. Davon ist der Gold- und Finanzmarktexperte, Uwe Bergold, überzeugt. Seit Jahren warnt der mehrfach ausgezeichnete Fondsmanager und Autor zahlreicher Fachpublikationen vor extremen geldpolitischen Gefahren, die sich nicht zuletzt aus makroökonomischer Sicht abzeichnen. „Ohne Edelmetallinvestments als Inflationsschutz werden Vermögen einen Großteil ihrer Kaufkraft verlieren“, betonte Bergold beim Gedankenaustausch „Cash or Crash“ imGoldhaus München. Dazu hatten pro aurum und die Volksbank Löbau-Zittau Mitte April eingeladen. 

Herr Bergold, wie haben sich die Anlageklassen seit Jahrtausendbeginn entwickelt? 

Bergold: Der DAX stieg um zirka 50 Prozent, die Immobilien zwischen 50 und 100 Prozent und die Anleihen um etwa 100 Prozent.  

Wie sieht es mit Gold-Investments aus? 

Bergold: Der Goldpreis in EUR vervierfachte sich, somit stieg er um 300 Prozent. In USD haussierte das Edelmetall sogar noch etwas stärker. 

Goldpreis in Euro
Die Goldpreisentwicklung zeigt seit Jahrtausendwechsel nach oben. (Quelle: Uwe Bergold)

Warum decken sich dann nicht alle mit entsprechenden Edelmetall-Investments ein? 

Bergold: Zum einen, weil sehr wenige Anleger sich mit langfristigen makroökonomischen Zyklen beschäftigen und somit unsicher sind, ob der Goldpreis noch weiter steigen wird. Zum anderen, weil der nominale und reale Versicherungscharakter, also die negative Korrelation zu zinstragenden Anlageklassen sowie die positive Korrelation zu Inflation eines Goldinvestments von vielen nicht erkannt wird und nur die Volatilität im Fokus steht.  

Was bedeuten diese Entwicklungen für die Vermögenssicherungen von Banken, Sparkassen, Back-Office- und Vermögensmanagements? 

Bergold: Ohne Edelmetallinvestments als Inflationsschutz werden real ungesicherte Vermögen einen Großteil ihrer Kaufkraft in den kommenden Jahren verlieren. 

Sie betrachten die Kapitalmärkte über lange Zeiträume hinweg, sozusagen mit der Brille der langen Wellen. An welchem Punkt stehen wir derzeit? 

Bergold: Wir befinden uns im Finale der globalen Verschuldungskrise, die im Jahr 2000 mit dem Aktiencrash begann. In den kommenden drei bis fünf Jahren werden wir massive Umbrüche in der Finanzwelt erleben. 

Ist die Finanzkrise zurück? 

Bergold: Sie war noch nie vorbei. Es wurde mit ständig neuen Zinssenkungsmaßnahmen, expansiven Geldausweitungen, Nullzins- und nun der Strafzinspolitik nur Zeit gewonnen. Dafür haben sich die volkswirtschaftlichen Verzerrungen jedoch immer weiter vergrößert. Es wird kein Happy End geben.  

Wie erklären Sie sich, dass Verschuldungs- und Währungskrisen offenbar in regelmäßigen Zeitabständen wiederkehren? 

Bergold: In den vergangenen 400 Jahren, seit Beginn der Börse im Jahr 1603, begann immer nach drei Generationen nach einer Währungsreform ein neuer Aufschwungszyklus. Die Geldpolitik schafft es anscheinend maximal sieben Jahrzehnte zu wirtschaften, bis sie komplett überschuldet, mit einem Währungsschnitt, wieder von vorne beginnen muss. Auch dieses Mal wird es nicht anders sein.

Verschuldung- und Währungskrisen im historischen Kontext
Quelle: Bergold / Mayer

Täglich verliert der Euro an Kaufkraft. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beflügelt diese Tendenz. Erwarten Sie diesbezüglich irgendwelche Änderungen? 

Bergold: Ja. Die Dynamik des Kaufkraftverlustes wird sich in den kommenden Jahren massiv beschleunigen.

DM/Euro versus Gold
In Gold gemessen verlier die Kaufkraft seit 1948 ständig an Wert. Quelle: Uwe Bergold

Zu welchen Investment-Strategien raten Sie?

Bergold: Wenn man sich mit Ökonomie und Geldgeschichte beschäftigt, kommt man aktuell zu dem Schluss, dass man den Edelmetallanteil seines Portfolios signifikant ausbauen sollte. Die Geschichtsbücher sind voll mit Beispielen, wie Verschuldungskrisen immer endeten.

Vielen Dank!

 Uwe Bergold

Uwe Bergold

Geschäftsführender Gesellschafter der GR Asset Management GmbH


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