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Dirk Müller und Prof. Max Otte in der pro aurum TV über Gold, Bargeldverbot und die Aktienmärkte

pro aurum TV

Niedrigzinsen, Brexit, Konjunktursorgen – die Finanzwelt ist in Aufruhr. Die Börsen kommen weiterhin nicht nachhaltig auf die Beine, der Ölpreis hat einen Zickzackkurs eingeschlagen. Und Gold wird wieder zum „sicheren Hafen“. pro aurum TV hat sich auf dem Anlegertreffen von Dirk Müller im Heidelberger Schloss umgehört – und es gab kaum einen Besucher auf der von „Mister Dax“ ausgerichteten Veranstaltung, der gegenüber Gold nicht positiv eingestellt ist. Und auch der Gastgeber erwartet goldene Zeiten für Edelmetallanleger: „Ich glaube an das Comeback von Gold. Wir haben eine schöne Bodenbildung gesehen, auf die wir seit Jahren warten. Jetzt ist sie nachhaltig, wir beobachten derzeit eine Aufwärtsbewegung.“ Auch der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Max Otte beobachtet eine Bodenbildung bei Gold und glaubt, dass das Edelmetall schon bald in den Steigflug übergehen könnte. „Es könnte die letzte Chance sein, zu diesen Kursen dranzukommen. Dass der Goldpreis deutlich weiter fällt, halte ich eher für ausgeschlossen.“

Im Gespräch mit pro aurum TV geht Dirk Müller auch auf die Großwetterlage an den Märkten ein. Die Risiken sind nach seiner Einschätzung viel größer und vielfältiger als 2008. Während damals „nur“ eine platzende Immobilienblase die Märkte erschüttert habe, kämpfe Europa nun mit einer Flüchtlingskrise, dem drohenden Brexit, dem dauerhaften Sorgenkind Griechenland, der weiterhin nicht gelösten Eurokrise und dem Nahostkonflikt. Müller wirft jedoch ein, dass ein katastrophaler Crash nicht unmittelbar bevorstehen muss. Dieser könne sich auch verschieben, wenn beispielsweise die Konjunktur in China überraschend wieder anzieht oder der Ölpreis stabilisiert wird. Diese Einschränkungen machen aber deutlich, dass inzwischen nichts mehr sicher ist an den Märkten. Deshalb empfiehlt Dirk Müller, jeden Tag neu zu schauen, investiert zu sein, aber Risiken bewusst abzusichern.

Dirk Müller: Eine nachhaltige Zinswende in den USA schließe ich aus

An der Politik der Notenbanken üben die Referenten des Anlegertreffens drastische Kritik: Dirk Müller bezweifelt im Gespräch mit pro aurum TV, dass die ständigen Eingriffe das System retten können. Er hält eine nachhaltige Zinswende in den USA für ausgeschlossen und erwartet eher, dass die Fed bis zum Jahresende in eine vierte geldpolitische Lockerung einsteigt. Höhere Leitzinsen könne sich die wichtigste Wirtschaftsnation der Welt aufgrund ihres massiven Schuldenbergs schlichtweg nicht leisten. „Inzwischen wird ernsthaft über Helikoptergeld diskutiert, Staaten entschulden sich durch Kreditaufnahme“, zählt Müller auf und befürchtet, dass den Notenbanken noch weitere zweifelhafte Werkzeuge einfallen. „Aber es wird das System nicht retten, irgendwann glaubt niemand mehr dran, dann haben wir eine hässliche Situation.“ 

Bargeld ist gedruckte Freiheit 

Eine andere, ähnlich hässliche Situation wurde beim Anlegertreffen in Heidelberg hitzig diskutiert: Eine mögliche Abschaffung des Bargeldes. „Das ist eine ganz schlimme Sache“, resümiert Max Otte, Wirtschaftsprofessor und Investmentstratege, gegenüber pro aurum TV. Eine völlige Abschaffung des Bargeldes werde es nicht geben – „aber wir werden Bargeld mehr und mehr aus dem täglichen Leben verschwinden sehen“. Die Folge sei ein Kontrollstaat, in dem Sparer zu Geißeln der Banken werden. Auch Dirk Müller hält Bargeld für gedruckte Freiheit, weil man damit einem Negativzins ausweichen könne. „Ohne Bargeld bin ich dagegen gezwungen, mein Geld einer Bank zu leihen, selbst wenn sie mir weniger zurückzahlt. Wenn die Bank pleitegeht, kann sie auf mein Geld zugreifen sowie Gebühren für elektronische Zahlungsmittel verlangen“, befürchtet Müller. 

pro aurum Gründer Mirko Schmidt versteht Gold als optimale Versicherung für die bekannten und unbekannten Risiken im Finanzsystem

pro aurum war beim Anlegertreffen in Heidelberg durch seinen Gründer und Geschäftsführer Mirko Schmidt vertreten. Schmidt versteht Gold als optimale Versicherung für die bekannten und unbekannten Risiken im Finanzsystem. Nach seiner Einschätzung spielen politische Risiken für die Entwicklung des Goldpreises eine sehr untergeordnete Rolle. „Wer Gold ausschließlich als Krisenmetall betrachtet, versteht die Funktion dieser Anlageklasse nicht“, stellt Schmidt klar. Das gelbe Metall sei eine ultimative Währung – und diese ist besonders jetzt gefragt, wo sich die Menschen wegen der Stabilität ihrer Währung und dem Banken- und Finanzsystem im Allgemeinen sorgen.  

Und die Anleger flüchten – unter anderem ins Münchner Goldhaus, wo in den vergangenen Wochen auffällig viele Erstkunden ihr Geld in Gold umgeschichtet haben. Die Zahl der Käufer überwiegt weiterhin klar. Die Goldumsätze lagen im Januar rund 15 Prozent über denen des Vorjahres – und der Januar 2015 war mit dem Ende des Franken-Mindestkurses bereits ein sehr guter Monat für Gold. Auch im Februar und März hat die Nachfrage stark angezogen. Und die Anleger entdecken neben den Klassikern, also Unzen-Münzen und Barren, auch historische Sammlermünzen aus Gold sowie die kleinen „Tafel-Barren“, die sich bequem in alltagstaugliche Stückelungen brechen lassen – offenbar bereitet sich so mancher Anleger ganz praktisch auf einen möglichen Zusammenbruch des Finanzsystems vor.


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