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Dirk Müller: Bargeld ist "geprägte Freiheit"

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So richtig wollen die Börsen nicht auf die Beine kommen, obwohl sie nach Einschätzung vieler Marktbeobachter weiterhin für Investments lukrativ sind. Trotzdem stimmen die Anleger derzeit ganz deutlich gegen Aktien – und für Edelmetalle: „Gold ist für mich nach wie vor eine der ganz wichtigen Anlageformen. Es gehört zwingend ins Portfolio“, macht Dirk Müller, bekannt als „Mister Dax“, in einem aktuellen Interview mit dem Internetportal „finanzen.net“ deutlich. Sogar für risikofreudige Aktienanleger ist Gold nach seiner Einschätzung unverzichtbar – es stabilisiert auch ein Aktiendepot sehr gut. Müller erinnert daran, dass der Goldpreis innerhalb von zwei Monaten um 30 Prozent nach oben geschossen ist. „Wenn man sich vor Augen führt, dass er von über 1.900 Dollar pro Feinunze kommt, dann erkennt man, dass noch ordentlich Luft nach oben ist“, vermutet Müller. Mit Geldanlagen wie Festgeld und Sparbuch büßen gutgläubige Anleger Stück für Stück Kapital ein. Für ihn führt deshalb an renditestarken Sachwerten und soliden Wertspeichern auch künftig kein Weg vorbei.

Mit der Abschaffung des 500-Euro-Scheins gibt es künftig jedoch einen Wertspeicher weniger. „Ich bin ein großer Freund des Bargeldes, es ist das einzig legale Zahlungsmittel, das wir haben“, stellt Dirk Müller klar und bezeichnet Bargeld als „geprägte Freiheit“. Er befürchtet jedoch, dass es tatsächlich zu einer Abschaffung des Bargeldes kommen wird. Die Politik würde dadurch mehr Kontrolle über die Bürger gewinnen, die Schwarzarbeit ließe sich vielleicht zurückdrängen und auch Strafmaßnahmen ließen sich viel einfacher durchsetzen. Der Bürger wäre dann aber Bankenpleiten schutzlos ausgeliefert, weil er sein Erspartes nicht mehr von der Bank holen kann.

Im Gespräch mit „finanzen.net“ geht Dirk Müller ausführlich auf die derzeitige Lage an den Finanzmärkten ein. Er weist darauf hin, dass in den aktuell „verrückten“ Zeiten alte Börsenweisheiten wenig Erkenntnis brächten. „Wir sehen derzeit extrem volatile Märkte, und diese Unbeständigkeit wird aller Voraussicht nach noch zunehmen“, vermutet Müller. Er bewertet die Kurse solider Börsenkonzerte derzeit als „fair“, warnt jedoch davor, dass diese trotzdem unter Druck kommen könnten, wenn der Gesamtmarkt Federn lassen muss. „Deswegen muss man den derzeitigen globalen Risiken immer ins Auge blicken und Absicherungsstrategien verfolgen“, unterstreicht Müller. Und Risiken gibt es derzeit genug: Müller zählt Brexit-Sorgen, Griechenland-Streiks, Politik-Stillstand in Spanien und die Flüchtlingskrise auf. Das größte Problem wird nach Einschätzung von Dirk Müller jedoch bis heute ignoriert – in China stehen ganze Städte leer, die Schulden chinesischer Unternehmen betragen bereits 160 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Müller spricht von „Zombiefirmen“, die ihre Verluste einfach durch neue Kredite ausgleichen. Wenn irgendwann mal kein Geld mehr nachfließt, dann platzt diese größte Blase der Weltwirtschaftsgeschichte, die über 25 Jahre aufgebaut worden ist.

Das Interview mit Dirk Müller ist besonders lesenswert, weil der Aktienhändler und Fondsmanager mit einigen Finanz-Klischees aufräumt. So erteilt er beispielsweise den Leitzins-Erhöhungs-Fantasien eine Absage. „Die US-Notenbank zögert die erste Zinserhöhung in diesem Jahr weiter hinaus: Die Notenbanken haben bereits sehr viel ihres Pulvers verschossen. Sie müssen immer mehr in die Waagschale werfen, um überhaupt noch einen Effekt zu erzielen.“ Müller bewertet die Situation heute gefährlicher als im Jahr 2008. „Wir haben mehr Risiken, größere Blasen und dazu Notenbanken, deren Notmaßnahmen sich sehr stark verbraucht haben“, kritisiert Müller. Er hinterfragt zudem den Jubel um gestiegene Ölpreise – weiterhin sei sehr viel Öl auf dem Markt, dazu eine zunehmend abkühlende Weltwirtschaft. Nachhaltig steigende Ölpreise werden also auf absehbare Zeit nicht auf der Tagesordnung stehen.


Lesen Sie hier das gesamte Interview auf finanzen.net

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 Dirk Müller

Dirk Müller

Börsenmakler, Finanzexperte, Autor


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