Schweizer Notenbanker ziehen die Reißleine – Plus 24% mit Schweizer Staatsanleihen

Quer gedacht

Lieber Leser,

unsere Kaufempfehlung für Schweizer Staatsanleihen bzw. einen Schweizer Staatsanleihen-ETF haben wir zuletzt in der Dezember-Ausgabe unseres Börsenbriefes Krisensicher Investieren noch einmal ausdrücklich bekräftigt. Dort haben wir auf Seite 4 geschrieben: „Wir haben stets die Auffassung vertreten, dass es den Schweizer Zentralbankbürokraten nicht auf Dauer gelingen wird, den Franken gegenüber dem Euro künstlich schwach zu halten.“

Jetzt ist es also tatsächlich passiert: Die Notenbanker haben nach drei von geldpolitischem Irrsinn beherrschten Jahren die Reißleine gezogen. Damit haben sie ihre im September 2011 getroffene Entscheidung, den Schweizer Franken an den Euro zu koppeln und Letzteren nicht unter die Marke von 1,20 SFR fallen zu lassen, endlich revidiert. Besser spät als nie.

Eine Lektion für die Zentralbankgläubigen …

„Never fight the Fed“, wette nie gegen die Zentralbank, lautet ein altes Börsenbonmot. In Zeiten einer halbwegs vernünftigen Geldpolitik ist das ein ziemlich guter Rat. In Zeiten, die von geldpolitischer Verantwortungslosigkeit, ja Irrsinn geprägt sind, hingegen nicht. Das hat sowohl das Platzen der Technologienblase im Jahr 2000 als auch der Immobilienblase 2007 hinreichend bewiesen. In beiden Fällen stürzten die Aktienmärkte weltweit trotz massiver Zinssenkungen ab. Wer sich damals auf das „Können“ der Zentralbankbürokraten verlassen hat, ist voll investiert in zwei der schlimmsten Aktienbaissen aller Zeiten unter die Räder gekommen.

Ganz ähnlich ist es den Zentralbankgläubigen jetzt mit dem Schweizer Franken ergangen. Wer den scheinbar omnipotenten Zentralbankern geglaubt hat, dass sie die Marktkräfte dauerhaft außer Kraft setzen und den Euro über der Marke von 1.20 SFR halten könnten, sieht sich heftig getäuscht. Über das Ausmaß und die Verteilung der durch diesen Devisenmarktcrash entstandenen Verluste werden wir erst nach und nach Näheres erfahren.

Da der Schweizer Franken in Kreisen der Zentralbankgläubigen als risikolose und extrem günstige Währung zur Aufnahme von Krediten galt, dürften die Verluste allerdings beachtlich sein und sich auch an Orten materialisieren, an die niemand zuvor gedacht hat – ähnlich der IKB, die seinerzeit eines der ersten prominenten Opfer des US-Hypothekenkreditwahnsinns wurde und bis dahin den Ruf einer grundsoliden und konservativen Bank für den deutschen Mittelstand genoss.

… und die Zentralbanknomenklatura

Die Schweizer Zentralbankbürokraten haben ihren vor mehr als drei Jahren begangenen Fehler eingesehen und die sehr schwere Entscheidung getroffen, ihn zu revidieren. Respekt. Leider werden sich unsere hauptamtlichen Euro-Befürworter, Gelddrucker und Staatsschuldenmacher daran kein Beispiel nehmen. Hans-Olaf Henkel bleibt hier eine seltene Ausnahme. Die Schweizer Zentralbanker haben hingegen endlich eingesehen, dass die Risiken des von ihnen eingeschlagenen Weges planwirtschaftlicher Marktmanipulationen einfach zu groß sind und Planwirtschaft längerfristig in den Ruin führt. Vielleicht haben sie sich daran erinnert, wie die Schweiz zu der Erfolgsgeschichte geworden ist, die sie bis zum heutigen Tage ist, nämlich durch Marktwirtschaft und eine harte Währung.

Die Geschichte zeigt es immer wieder: Aufsteiger und Gewinner haben eine harte Währung, Absteiger und Verlierer hingegen eine schwache. Eigentlich weiß das ja jeder. Dennoch soll es hier und heute angeblich nicht mehr gelten. Das wollen uns jedenfalls die Draghis und Kurodas dieser Welt weismachen, die ausdrücklich eine schwache Währung anstreben – „whatever it takes“.

Die Schweizer Kollegen dieser geldpolitischen Scharlatane haben jetzt – aus welchen Gründen auch immer – vor den Marktkräften kapituliert, wahrscheinlich um Schlimmeres zu verhindern. Dass Draghi, Yellen oder Kuroda einen ähnlichen Lernprozess durchlaufen könnten, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Sie werden die einfache und immer wieder bewiesene Lektion, dass am Ende doch die Marktkräfte die Oberhand gewinnen, wohl nur auf die ganz harte Tour erlernen. Aber selbst dann, wenn das Finanzsystem in Trümmern liegt oder galoppierende Inflationsraten den Wohlstand der Bevölkerung vernichten, werden uns die Verantwortlichen wohl doch nur erzählen, dass der einzige Fehler darin bestanden habe, zu wenig Geld gedruckt und zu wenig Schulden gemacht zu haben. Und die staatstragenden Massenmedien – nennen wir sie ganz im Sinne George Orwells die Wahrheitspresse – werden dieses Märchen dann auf allen Kanälen unters Volk bringen.

Wie wird es von hier aus weitergehen?

Wie es mit dem Schweizer Franken von hier aus kurz- bis mittelfristig weitergehen wird, ist sehr schwer zu sagen. Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft, der Fremdenverkehr und auch der Einzelhandel der grenznahen Regionen werden unter der schlagartigen und extrem heftigen Aufwertung des Franken zunächst sehr zu leiden haben. Eine Rezession in der Schweiz erscheint unvermeidlich. Das ist kurzfristig negativ für die Währung.

Draghis Entschlossenheit, Staatsfinanzierung mit der Gelddruckmaschine zu betreiben, ist hingegen prinzipiell positiv für den Franken. Dass ausgerechnet der Europäische Gerichtshof die Draghi-EZB noch stoppen wird, halte ich für nahezu ausgeschlossen: „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing.“ Das scheinen auch die Schweizer Notenbanker so zu sehen.

Welcher dieser beiden gegenläufigen Einflussfaktoren die Überhand gewinnen wird, kann ich derzeit nicht sagen. Allerdings weiß ich, dass der Devisencrash, den wir gerade miterlebt haben, Seltenheitswert hat. Und ich weiß, dass der Euro in den vergangenen Monaten bereits sehr stark gegenüber dem Dollar gefallen und extrem überverkauft ist. Das Stimmungsbild und die Positionierung der Terminmarktteilnehmer haben ebenfalls Extremwerte erreicht. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass der Euro demnächst eine Gegenbewegung nach oben beginnen wird. Jedenfalls ist das kurzfristige Chance-Risiko-Verhältnis für einen unmittelbar bevorstehenden weiteren Eurokursverfall alles andere als attraktiv, obwohl langfristig wieder alles für den Schweizer Franken spricht.

Aber Märkte sind nun einmal keine Einbahnstraßen. Sie folgen dem Muster zwei Schritte vor und einen zurück. Deshalb haben wir unseren Lesern jetzt dazu geraten, den Kursgewinn von stattlichen 24%, den sie mit unserer Empfehlung Schweizer Staatsanleihen gemacht haben, zu realisieren.

Gold: Teil II der Superhausse hat begonnen

Der Schweizer Franken ist jetzt wieder der Einäugige unter den Blinden. Besser zwar als Euro oder Dollar, aber eben doch nur eine ungedeckte Papierwährung, die jederzeit beliebig vermehrt werden kann, wie die vergangenen drei Jahre demonstriert haben. Die einzige echte Alternative ist und bleibt Gold. Es ist das Geld freier Märkte und freier Menschen, das nicht beliebig vermehrt werden kann und niemandes Zahlungsversprechen ist.

Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hat, ist jetzt tatsächlich eingetreten: Der Goldpreis in Euro ist aus seiner lehrbuchartigen und entsprechend verheißungsvollen Bodenformation nach oben ausgebrochen. Diese Entwicklung signalisiert das Ende der zyklischen Baisse und den Beginn des zweiten Teils der Supergoldhausse, die um die Jahrtausendwende begonnen hat.

Aufgrund der Vorläuferfunktion, die der Goldpreis in Euro gegenüber dem in US-Dollar gewöhnlich hat, ist dieses klare Haussesignal nicht nur für Anleger der Eurozone von großer Bedeutung, sondern auch für den Rest der Welt.

Goldpreis pro Unze in €, 2009 bis 2015

Goldpreis pro Unze in €, 2009 bis 2015
Der Ausbruch aus der Bodenformation der vergangenen anderthalb Jahre nach oben ist auf überzeugende Weise erfolgt. Quelle: StockCharts.com

Der Gold-Preisbänder-Indikator steht kurz vor einem Kaufsignal

Außerdem steht unser Gold-Preisbänder-Indikator, der sich auf den Goldpreis in Dollar bezieht, kurz vor einem Kaufsignal. Dazu muss man wissen, dass dieser hervorragende Indikator seit 2011 kein Kaufsignal mehr gegeben hat. Jetzt befindet er sich endlich wieder in einer Konstellation, aus der heraus jederzeit ein neues Kaufsignal entstehen kann. Ich gehe davon aus, dass dieses Signal nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Dieser mehrstufige Indikator hat uns im ersten Teil der langfristigen Goldhausse, die um die Jahrtausendwende begonnen hat, hervorragende Ergebnisse geliefert – wozu ausdrücklich auch die gerade genannte Tatsache gehört, dass er seit 2011 kein neues Kaufsignal gegeben hat. Wir nutzen den Indikator vor allem dazu, das Timing beim Kauf und den anschließenden Gewinnmitnahmen von Goldminenaktien zu optimieren. In unserem Trading-Depot befinden sich im Moment übrigens vier Goldminenaktien sowie die Aktie eines Unternehmens, das im Minensektor spezielle Dienstleistungen anbietet. Die beiden schon im November gekauften Werte sind derzeit mit 42,5% und 39,3% im Plus. Eine der erst im Lauf des Januars hinzugekommenen Aktien tritt seit unserem Kauf noch auf der Stelle, zeigt aber eine sehr verheißungsvolle Chartformation. Hier bietet sich Ihnen jetzt also ein perfekter Einstiegszeitpunkt. Die beiden anderen Aktien weisen im Moment Gewinne von 18,5% und 41,3% auf.

Seit Ausruf der Goldhausse: Schon 3 von 4 Goldminentiteln mit 40% im Plus, noch lohnt sich der Einstieg

Wenn meine Grundannahme stimmt, dass wir uns am Beginn des zweiten Teils der langfristigen Goldhausse befinden, dann werden die kommenden Monate noch viele ähnliche Gelegenheiten für Sie bereithalten. Lassen Sie diese Chancen nicht ungenutzt vorübergehen. Bestellen Sie noch heute unseren Börsenbrief Krisensicher Investieren – noch sind die ersten 30 Tage kostenlos.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende


Ihr

Claus Vogt, Chefredakteur „Krisensicher Investieren“

Dieser Beitrag enthält Auszüge aus dem aktuellen Claus Vogt Marktkommentar und Claus Vogts Börsenbrief KRISENSICHER INVESTIEREN, den er seit November 2013 gemeinsam mit Roland Leuschel schreibt. Hier verfolgt der ausgewiesene Börsenkenner mit spitzer Feder das Marktgeschehen und unterstützt seine Leser mit fundierten Anlageempfehlungen.


Zum Autor:

Claus Vogt ist Buchautor (Das Greenspan Dossier, Die Inflationsfalle, The Global Debt Trap, jeweils gemeinsam mit Roland Leuschel).

Claus Vogt hat den Beginn einer langfristigen Goldhausse bereits 2001 exakt beim Tiefstkurs von 255$ vorhergesagt und gemeinsam mit Roland Leuschel im Jahr 2000 und 2007 rechtzeitig vor dem Platzen der Spekulationsblasen an den weltweiten Aktien- und Immobilienmärkten gewarnt. Jetzt sieht er das Ende der zyklischen Goldpreis-Baisse und prognostiziert gerade bei den Goldminenaktien atemberaubende Chancen.

Gemeinsam mit Roland Leuschel schreibt er den Börsenbrief KRISENSICHER INVESTIEREN. Lesen Sie in der im Januar erschienenen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Nullzinspolitik und Altersvorsorge“ von KRISENSICHER INVESTIEREN, dem Börsenbrief, der Ihr Vermögen schützt und bewahrt, folgende Themen: „Lebensversicherungen, Liechtensteiner Policen, Goldkauf und Verwahrung“, „Kapitallebensversicherung: vom Lieblingskind zum Sorgenkind“, „Fallstricke bei Kündigung und Verkauf von Kapitallebensversicherungen“, „Was Sie tun sollten, nachdem Sie Ihre Kapitallebensversicherung gekündigt haben“, „Liechtensteiner Versicherungspolice: eine attraktive Lösung“ sowie „Gesunder Menschenverstand spricht mehr denn je für Gold“. Darüber hinaus lesen Sie in der aktuellen Januar-Ausgabe warum Barack Obama schon jetzt der Schuldenkönig der Welt ist und wie Sie sich jetzt angesichts des Wiederauflebens der Eurokrise richtig positionieren.

 Claus Vogt

Herr Claus Vogt

Chefredakteur Krisensicher Investieren


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