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Ronald Stöferle: Gold steht vor Comeback

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Das angebrochene Jahrtausend dürfte so manchem Edelmetallanleger wie eine Achterbahnfahrt vorkommen: Immer höher hinaus ging es bis 2011, auf kleine Rücksetzer folgte meist ein noch größerer Anstieg. Dann folgte bei einem Allzeithoch von über 1.900 US-Dollar pro Feinunze der jähe Absturz – und nach der schmerzhaften Landung auf dem Boden der Tatsachen macht sich Gold inzwischen wieder auf den Weg zu neuen Höhen.

Ein geduldiger Begleiter des Goldmarktes ist Ronald Peter Stöferle. Der Investment-Experte war viele Jahre bei der österreichischen Erste Bank beschäftigt und beobachtet nun für das Investmenthaus Incrementum in Liechtenstein die Bewegungen auf dem Goldmarkt. Einmal pro Jahr zieht er Bilanz: Sein Report „In Gold We Trust“ ist Pflichtlektüre für Anleger in aller Welt und erscheint 2015 bereits zum neunten Mal. Der Report zählt zu den wichtigsten Wegweisern auf dem Edelmetallmarkt. 

Und Stöferle sieht Gold tatsächlich auf dem Weg zu neuer Stärke: „Wir sind der festen Überzeugung, dass sich Gold in einem säkularen Bullenmarkt befindet, der vor seinem Comeback steht“, heißt es in dem Report. Die Incrementum AG hält an ihrem langfristigen Kursziel von USD 2.300 in einem zeitlichen Horizont von drei Jahren fest.

Auf diesem Weg sind allerdings noch einige Hürden beiseite zu räumen: Der Abwärtstrend ist laut Stöferle noch nicht gebrochen, das negative Sentiment zeigt vielmehr eine Resignation der Goldbullen an. Der Experte warnt: „Wir halten einen finalen Sell-Off für möglich.“ Im Zuge dessen könnte die Unterstützung bei USD 1.140 getestet werden. Eine solche Entwicklung wäre allerdings für Ronald Peter Stöferle ein Hinweis auf eine primäre Trendwende am Goldmarkt. Er weist darauf hin, dass die Support-Zone zwischen USD 1.140 und 1.180 nun bereits einige Male erfolgreich getestet wurde. Die große Doppeltief-Formation aus November 2014 und März 2015 stellt demnach einen soliden Boden dar. „Wir gehen nicht davon aus, dass dieser Support noch einmal nachhaltig unterschritten wird“, resümiert Stöferle. Auf der Oberseite sieht er die Marke von USD 1.530 als nächsten großen Widerstand. Edelmetallbesitzer brauchen also in den kommenden Monaten noch mehr Geduld. Die Saisonalität und die zuletzt gesehene relative Stärke der Minenaktien stimmt Stöferle allerdings zuversichtlich, auch die Terminmarktdaten haben sich inzwischen verbessert.

In seinem Goldreport geht Ronald Peter Stöferle auf einige vermeintliche Argumente gegen Gold ein und entkräftet diese mit leicht verständlichen Fakten. Ein Beispiel: Die niedrige Inflation gilt bislang als Hürde für eine Fortsetzung der Hausse. Stöferle erinnert daran, dass die Teuerungsraten derzeit in allen Industrieländern auf dem niedrigsten Niveau seien. Ein weiteres, jahrelanges Absinken der Inflationsniveaus sei aber nicht mehr möglich, da negative Teuerungsraten politisch nicht gewollt sind.

Auch für den Markt der Goldminenaktien hat Ronald Peter Stöferle eine Einschätzung parat, die im Widerspruch zu vielen Marktbeobachtern steht: „Der Markt scheint noch nicht ausreichend realisiert zu haben, dass zahlreiche Miner ihre Margen zuletzt deutlich verbessert haben.“ Stöferle hält das neue Bekenntnis zur Kostenwahrheit, zur größeren Finanzdisziplin und zum Shareholder-Value für einen großen Schritt nach vorn. Er rät dazu, Goldaktien im Blick zu behalten. Vorsicht empfiehlt Stöferle dagegen bei US-Aktien. Sie sind nach seiner Einschätzung im Vergleich zu historischen Bewertungsniveaus äußerst ambitioniert bewertet. „Eine Rückkehr zum Mittel erscheint nur eine Frage der Zeit“, warnt Stöferle und erwartet, dass Gold zusätzlichen Rückenwind erfährt, sobald die Aktienrallye ins Stottern gerät.

Der Goldreport ist nicht nur für Edelmetallanleger lesenswert, sondern auch für alle skeptischen Beobachter der weltweiten Finanzmärkte – denn Ronald Peter Stöferle liefert immer wieder kritische Anmerkungen. Er weist darauf hin, dass ein Andauern der Nullzinsphase auch höhere Risiken für Investoren, die gewisse Renditeanforderungen haben, bedeutet. Er beschreibt Gold als einen sinnvollen Hedge für die Vertrauenskrise, die das Papiergeldsystem seit Jahren erleidet. Stöferle kritisiert die jüngst diskutierte Abschaffung des Bargeldes und die damit verbundene Implementierung von Negativzinsen als eine konsequente Fortführung der falschen Geldpolitik. Alternativen wie Gold oder Kryptowährungen könnten hiervon allerdings profitieren.

Lesen Sie hier den gesamten Bericht "In Gold we Trust 2015"

Ansprechpartner

 Ronald Stöferle

Herr Ronald Stöferle

Managing Director, Incrmentum AG


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