Hotline: +49 (89) 444 584 0
Wir sind von 8 bis 18 Uhr persönlich für Sie erreichbar.

Robert Halver: „Nichts wird mich davon abbringen, Gold zu lieben.“

Für Sie gelesen

Die Börsen treten auf der Stelle, auch kurz vor der Jahreshälfte hat sich der DAX nicht zu neuen Hochs aufraffen können. Doch auch der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen nach einer fulminanten Rallye unter Druck gestanden. Und schon sind die ersten Analystenkommentare zu hören, die mit dem Abgesang auf die Edelmetalle fortfahren. Im Interview mit „finanzen.net“, das pro aurum-Pressesprecher Benjamin Summa geführt hat, formuliert eine starke Stimme der Finanzmärkte ein klares Statement: „Nichts wird mich davon abbringen, Gold zu lieben“, stellt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, klar. Er weist darauf hin, dass alternative Zinsanlagen auch in den kommenden Jahren keine attraktive Rendite abwerfen. Halver warnt, dass der Goldpreis auch künftig von den Notenbanken massiv gedrückt werde. Er gibt daher eine vorsichtige Prognose ab und glaubt, dass Gold zum Jahresende nicht über 1.300 US-Dollar stehen dürfte. „Aber vor dem Hintergrund der immensen finanz-, stabilitäts- und geopolitischen Probleme der Welt ist Gold ein Must-have in jedem Depot“, erläutert der Finanzstratege.

Im Interview mit „finanzen.net“ geht der Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank insbesondere auf die derzeitigen Chancen und Risiken an den Aktienmärkten ein. Halver begründet dies mit einer Vielzahl an Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Märkte haben – beispielsweise das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Anleiheaufkaufs durch die Bundesbank. Nur zwei Tage später findet das EU-Referendum in Großbritannien statt. Bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU, so Halver, könnte der Euro deutlich schwächer werden. Und die US-Notenbank entscheidet (mal wieder) über eine schrittweise Anhebung der Leitzinsen. Halver stellt aber auch klar, dass viele der aktuellen Sorgen übertrieben sind: „Es wird keine Asien-Krise 2.0 geben. Und die Gefahr einer nachhaltigen Apokalypse bei Rohstoffen durch einen drastischen Preisverfall ist auch gebannt.“ Halver sieht deshalb gute Chancen für steigende Kurse an den Märkten und sieht den DAX am Jahresende bei bis zu 11.000 Punkten.

In dem Gespräch mit dem Experten wird jedoch deutlich, dass die Börse nichts für schwache Nerven sei – und die Renditegelegenheiten müssen sorgsam gesucht und ausgewählt werden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der DAX-Werte liegt im historischen Vergleich nicht mehr auf Schnäppchenniveau. Die Zinswende in den USA dürfte für zusätzliche Unsicherheit sorgen – denn eigentlich, so Halver, wären keine weiteren Zinserhöhungen nötig, weil die US-Konjunktur nicht so rundläuft. Nach seiner Einschätzung ist zudem die Weltkonjunktur nicht so stabil, dass deutliche Zinserhöhungen verkraftbar wären. Doch die Fed kann ihre Glaubwürdigkeit nur wahren, wenn sie nun mit der schrittweisen Zinswende fortfährt. Die Folge der unklaren Haltung der Währungshüter: eine „große Unsicherheit an den Finanzmärkten, wo Klarheit, Transparenz und die Glaubwürdigkeit der Fed“ dringend gefordert seien.

In den kommenden Monaten liegen also viele Unsicherheiten auf dem Weg der Investoren – Robert Halver kritisiert im Gespräch mit „finanzen.net“ unter anderem die Politik der Europäischen Zentralbank, die über das Aufkaufprogramm von Unternehmensanleihen die Konjunktur beleben will, aber tatsächlich für starke Wettbewerbsverzerrungen sorgt. Halver bezweifelt, dass das frische Geld der EZB wirklich für Investitionen verwendet wird – tatsächlich sei es eher denkbar, dass die Unternehmen mit dem billigen Geld noch tiefer in die Schulden geraten, hohe Dividenden zahlen und wirtschaftlich riskante Übernahmen tätigen. „Am Ende könnte die europäische Unternehmenslandschaft ungesünder und damit für Krisen viel anfälliger sein. Die EZB hätte das Gegenteil dessen erreicht, was sie erreichen wollte“, warnt Halver.


Lesen Sie hier das komplette Interview mit Robert Halver auf finanzen.net

Ansprechpartner

 Robert Halver

Herr Robert Halver

Leiter der Kapitalmarktanalyse Baader Bank


Verwandte Themen