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Robert Halver: Ich bleibe ein Goldliebhaber

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Den Vorjahresgewinn in kürzester Zeit verbrannt, zehn Prozent Minus, Absturz in einen Bullenmarkt – 2016 hat so dramatisch begonnen wie kaum ein anderes Aktienjahr. Und nach einem miesen Januar geht es im Februar dramatisch weiter. Anleger ziehen weiter massiv Geld aus den Aktienmärkten – und selbst hartgesottenen Börsenbullen fällt es zunehmend schwer, einen Hoffnungsschimmer am Börsenhorizont zu erkennen. Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank, weist im Interview mit dem Internetportal „finanzen.net“ jedoch darauf hin, dass ein „Börsencrash auf Raten“ nicht kommen wird. Er erwartet spätestens im zweiten Halbjahr eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Halver glaubt, dass die Notenbanken einen Crash auf Raten nicht zulassen werden. Vor allem die Chinesen sollten nach seiner Einschätzung am Aktienmarkt für eine nachhaltige Stabilisierung sorgen.

Im Moment ist von einer „Aktienruhe“ allerdings wenig zu spüren. Der Ölpreisverfall und andere Krisensymptome lasten auf den Börsen. Und auch Robert Halver, der ansonsten eher börsenfreundlich auftritt, mahnt zur Vorsicht: Die Wirtschaft in Übersee läuft nach seiner Beobachtung „wirklich nicht toll“. Der starke Dollar schade der Exportindustrie. Auch in Europa sieht die wirtschaftliche Lage alles andere als rosig aus – hier steht jedoch nach Auffassung von Robert Halver die EZB bereit, die alle Mittel ausschöpfen werde, um für das erklärte Ziel „Inflation“ zu kämpfen. Und damit stehen auch die Chancen gut für eine Fortsetzung der Liquiditätshausse, also der Kurszuwächse bei Aktien wegen der Politik des billigen Geldes.

Privatanleger sollten ihr Geld in diesen krisenhaften Zeiten allerdings nicht vergraben, sondern ein paar einfache Regeln beachten: Regelmäßiges Ansparen empfiehlt Robert Halver, um den sogenannten Cost-Average-Effekt zu nutzen. „Wenn die Kurse gefallen sind, bekommen die Anleger für ihr Geld mehr Aktienanteile. Und wenn die Märkte sich wieder psychologisch beruhigen, sollte man sich Zykliker besonders genau anschauen“, empfiehlt Halver. Allerdings ist Cash derzeit durchaus eine Alternative. Denn auf dem Sparbuch bringt es auf absehbare Zeit nichts, sondern wird durch eine negative Realverzinsung aufgefressen.

Einem Investment spricht Robert Halver im Interview mit „finanzen.net“ sein volles Vertrauen aus: „Für Gold spricht in diesen Zeiten quasi alles.“ Eine extreme Verschuldung der Welt, dazu eine Kumulation geostrategischer Problemlagen und der Ausfall zinstragender Anlageklassen bieten ein goldenes Umfeld für Edelmetalle. Doch Halver warnt: „Die Notenbanken arbeiten gegen diese Anlageklasse,  weil die Rettung der Welt über Geld funktioniert, da kann man keine Ersatzwährung Gold gebrauchen.“ Gold gehört für ihn dennoch in jedes Portfolio. „Ich bleibe ein Goldliebhaber, wohl wissend, dass wir auf absehbare Zeit keine dramatischen Kurszuwächse sehen  werden“, stellt Halver fest und ergänzt: „Aber Kapitalerhalt ist in ungemütlichen Zeiten ein Wert an sich.


Lesen Sie hier das Exklusiv-Interview auf Finanzen.net: Sehen wir einen Börsencrash auf Raten, Robert Halver?

Ansprechpartner

 Robert Halver

Herr Robert Halver

Leiter der Kapitalmarktanalyse Baader Bank


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