Negative Realzinsen und ein Silberstreif am Horizont

Chartanalyse

Am vergangenen Donnerstag ging der lang erwartete FED-Zinsentscheid wieder einmal mit viel Lärm um Nichts über die Bühne. Die Edelmetalle konnten schon in den Tagen davor zulegen und setzen ihre Erholung nach der Bekanntgabe weiter fort. Bereits seit Ende 2008 liegt der US-Leitzins auf einem historischen Tief. Obwohl eine Zinsanhebung ständig diskutiert wird, ist die FED realistisch betrachtet dazu gar nicht in der Lage. Zu fragil präsentiert sich die Weltwirtschaft und zu abhängig sind zahlreiche Geschäftsmodelle von der Nullzinspolitik geworden. Letztlich managt die amerikanische Zentralbank lediglich die Wahrnehmungen der Marktteilnehmer und versucht mit geschickten Aussagen Verwirrung bzw. Hoffnung zu stiften, um damit von der Realität abzulenken. Denn insgesamt ist das Wachstum viel zu schwach, als das man in absehbarer Zeit zu den „normalen“ Zinssätzen zurückkehren könnte. Für die Edelmetalle bleibt das Nullzinsumfeld grundsätzlich ein idealer Nährboden. Mit den nun auch „offiziell“ in Aussicht gestellten negativen Realzinsen präsentiert sich der ultimative Treiber für eine neue Edelmetallhausse allen Marktteilnehmern klar und deutlich am Horizont. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Boden bei den Edelmetallen in diesem Sommer bereits gesehen haben. Alternativ verschiebt die angelaufene Erholung das Ende der vierjährigen Korrektur noch einmal nach hinten.

Charttechnisch ist es jedenfalls noch zu früh, um die übergeordnete Trendwende und damit das Ende der vierjährigen Korrektur auszurufen. Schließlich hat der Silberpreis erst vor wenigen Wochen mit 13,91 US-Dollar ein neues Sechsjahrestief erreicht. Die Tatsache aber, dass Gold gleichzeitig bereits 27,00 US$ oberhalb seines Juli-Tiefs wieder nach oben gedreht hat, ist positiv und nicht zu unterschätzen.

Auf Sicht der nächsten Wochen gehe ich daher mindestens von einer Fortsetzung der begonnenen Erholung aus und erwarte sowohl beim Gold- als auch beim Silberpreis ein Wiedersehen mit der 200-Tagelinie. Erst im weiteren Verlauf des Spätherbstes dürfte es klarer werden, ob wir auf das Ende des Bärenmarktes anstoßen können oder das finale Tief dann wohl erst in 2016 auf uns wartet.

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