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Hände weg von "Autobahngold"

Vermögens 1x1

Gefälschter Schmuck: Feinheits-Stempel sind kein Garant für echtes Gold

Sie gehören zu jedem Sommerurlaub dazu: fröhliche Verkäufer, die mit luftigem Hemd und Goldkettchen am Straßenrand stehen und Touristen etwas Gutes tun wollen. Eine goldene Kette, ein silberner Ring, alles ganz selten, garantiert echt und nur heute zum Supersonderpreis. Wer zweifelt, wird auf die Stempelung auf der Innenseite der Schmuckstücke verwiesen – sie bürgen für die Echtheit des Edelmetalls und die genaue Feinheit.

Dieses angebliche Gütesiegel hat schon so manchen gutgläubigen Schnäppchenjäger dazu verleitet, an Orten ein bisschen Gold zu kaufen, an denen man sonst nie hohe Werte austauscht. Und am Ende kommt das böse Erwachen: An der Autobahnraststätte oder am Strand gekauftes Gold ist in den seltensten Fällen echt.

Gerade zu Urlaubszeiten sind viele Betrüger unterwegs. Ihre Ware wird im Volksmund gern „Autobahngold“ genannt, weil die Mogelpackungen schnell an den Mann oder die Frau gebracht werden müssen und eine Autobahnraststätte offenbar die nötige Anonymität bietet. Außerdem ist hier kein Experte weit und breit zu erwarten, der den unfairen Deal entlarven könnte. Das Beispiel macht deutlich: Die Betrüger sind gut organisiert und gehen systematisch vor. Sie treten in Banden auf und haben alles im Angebot, was selten und wertvoll aussieht: Uhren, Ringe, Besteck, Pillendöschen oder Zigarettenetuis. Verkauft werden die Preziosen zu einem Bruchteil des eigentlichen Goldwertes – und hier sollten clevere Investoren stutzig werden. Denn kein seriöser Händler gibt goldene oder silberne Produkte unterhalb des tagesaktuellen Spotpreises ab.

Auch bei pro aurum werden immer wieder vermeintliche Schmuckstücke aus Gold und Silber zum Ankauf angeboten, die sich hinterher nur allzu oft als Billigramsch herausstellen. Meist wird mit dem Feinheits-Stempel getrickst. Die Stempel oder sogenannten „Punzen“ waren im Mittelalter verbindliche Erkennungszeichen, sie galten als Echtheitszertifikat für Waren. Sie gaben Auskunft über den Hersteller, den Ort oder die Stadt sowie die Feinheit des Metalls. Eine Kontrolle erfolgte durch die jeweiligen Handwerkszünfte. Die Punzen waren also lange Zeit ernst zu nehmende Qualitätssiegel.

Heutzutage besteht keine Verpflichtung zur Stempelung mehr, sie ist freiwillig. Und viele Betrüger treiben ihr Unwesen mithilfe von falschen Punzierungen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die gängigen Erkennungsmerkmale von echten Schmuckstücken zu kennen. Der Feinheitsstempel ist nur begrenzt aussagekräftig, sie sind auch auf wertlosem Tand zu finden. Daniel Schröder, der für die Kunden von pro aurum in München Schmuck- und Edelmetallstücke analysiert und bewertet, muss immer wieder schlechte Nachrichten überbringen, wenn beispielsweise grobgliedrige Goldkettchen oder breite Silberringe gekauft wurden.

Der qualifizierte Goldschmiedemeister erkennt diese Mogelpackungen sofort. Meist sind die Fälschungen nur mit einer hauchdünnen Goldschicht überzogen. Schröder rät daher zu einem gesunden Misstrauen. „Wertvolle Edelmetallstücke sollten nur beim Juwelier des Vertrauens oder in einem renommierten Fachgeschäft eingekauft werden“, betont Schröder. Denn niemand hat etwas zu verschenken – und gerade Gold und Silber sind Erzeugnisse, die sicher nicht unter Wert verkauft werden müssen. .


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