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Griechenland-Wahl: Turbulenzen an den Finanzmärkten stehen bevor

Ad-hoc Meldungen

Sie haben sich monatelang gegen Sparkurs und Schuldenlast gestemmt – und bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Griechenland hat die linkspopulistische "Syriza"-Partei die Sensation vollbracht: Haarscharf an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt, aber dennoch mit einem weiten Vorsprung auf die bisher regierende "Nea Demokratia", hat "Syriza" bereits am Montag eine neue Regierung vorgestellt. Das Linksbündnis paktiert nun mit einer rechtslastigen Mini-Partei – und könnte in den kommenden Tagen ganz Europa politisch auf den Kopf stellen.

Die neue Handelswoche dürfte an den Finanzmärkten turbulent werden, die Sorge vor einer Eskalation der Euro-Krise ist groß. Der künftige Regierungschef versprach den Griechen noch am Wahlabend ein Ende der "desaströsen Sparpolitik" sowie Verhandlungen mit den internationalen Kreditgebern über einen Schuldenschnitt. Und die Rufe aus Athen wurden nicht ignoriert: Nikkei und andere Börsen gaben am Montagmorgen zwischenzeitlich um rund ein Prozent nach, der Euro rutschte auf ein Rekordtief von 1,1109 US-Dollar. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro ("Grexit") wird mit der Wahlentscheidung der Griechen nicht unwahrscheinlicher.

Und die Euro-Schwäche, verbunden mit einer Flucht in den sicheren Hafen Gold, dürfte anhalten. Mit rund 220 Milliarden Euro steht Griechenland bei den Eurostaaten und dem IWF bereits in der Kreide. Für Deutschland stehen bis zu 80 Milliarden Euro auf dem Spiel. Allerdings wird Alexis Tsipras nicht sofort auf einen Euro-Austritt zielen, wie Robert Halver von der Baader Bank vermutet: „Griechenland wird in der Eurozone bleiben. Denn niemand hätte einen Vorteil durch einen Ausstieg der Hellenen aus dem Euro. Den Griechen ginge es noch schlechter. Das will auch Syriza natürlich nicht“, sagte er im Interview mit Benjamin Summa, Unternehmenssprecher von pro aurum, für das Internetportal "finanzen.net". 

Ebenso wenig ist aus Sicht von Robert Halver allerdings auch ein Schuldenschnitt realistisch – dies wäre sonst eine Einladung an andere hoch verschuldete Staaten, genau das Gleiche zu fordern. „Der Ausweg wird ein verdeckter Schuldenschnitt sein, also z.B. verlängerte Laufzeiten und eine Umschuldung“, befürchtet Halver.


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