Goldhunger in Göppingen wächst

Quer gedacht

2016 hat bislang vor allem eine Anlageklasse geglänzt: Gold. Auch in Göppingen und Umgebung hat der Goldhunger seit dem Jahreswechsel spürbar zugenommen. Die Kunden der Kreissparkasse Göppingen können über das „Sparkassen-Goldkonto“ ihren Appetit auf das Edelmetall seit zwei Jahren besonders schnell und einfach stillen.

Finger weg von Papiergold jeglicher Art

Wenn man von Goldinvestments spricht, sollte man unbedingt zwischen dem Geschäft mit Goldbarren bzw. Goldmünzen, also physisch vorhandenem echten Gold, und Papiergold differenzieren. Letzteres generiert zweifellos die höheren Umsätze, basiert aber im Wesentlichen auf Zahlungs- oder Lieferversprechen. Angesichts der jüngsten Turbulenzen im internationalen Bankensektor sollten von Banken emittierte derivative Wertpapiere auf Gold aus folgendem Grund gemieden werden: Im Falle einer Pleite der Bank droht dem Besitzer des Wertpapiers mit „Gold-Label“ ein Totalverlust. Auch den Terminmärkten sollten „Goldfans“ eher misstrauen, da deren Lieferversprechen im Fall der Fälle extrem unwahrscheinlich sein dürfte. Die von der US-Terminbörse Commodity Exchange veröffentlichten Goldbestände liefern hierfür den besten Beweis. Die registrierten Bestände lagen Mitte Februar 2016 bei lediglich 243.000 Feinunzen, während zur gleichen Zeit die offenen Kontrakte ein Volumen von 4,1 Millionen Feinunzen Gold repräsentiert hatten. Dies entspricht einer Quote von weniger als sechs Prozent. Und selbst physisch besicherte ETFs bzw. ETCs haben nicht unerhebliche Restrisiken, da man auch hier lediglich Papiergold und kein echtes Gold in physischer Form besitzt. Selbst ein möglicherweise zugesicherter Lieferanspruch dürfte im Krisenfall alles andere als sicher sein.

Sparkassen-Goldkonto ist bestens etabliert

Die Kreissparkasse Göppingen empfiehlt ihren Kunden ausschließlich physisches Gold. Rainer Matheis leitet den in der Zentrale der Kreissparkasse Göppingen angesiedelten „Treffpunkt Gold“ und hat unter der Kundschaft nach dem Einbruch an den Aktienmärkten, dem anziehenden Bund-Future, den gestiegenen Prämien der Kreditausfallversicherungen sowie der Diskussion um Steuererhöhungen und die Einschränkung des Bargeldverkehrs einen wachsenden Goldhunger ausgemacht. Die Tendenz zu steigenden Goldquoten ist bei den Inhabern von Goldkonten sowie im Private Banking und der Vermögensverwaltung zu beobachten. Matheis sagt: „Unsere Kunden haben gespürt, dass die Komplexität des Finanzsystems und dessen Zusammenhänge kaum noch zu beherrschen bzw. zu lenken, ja für viele nicht mehr zu begreifen sind. Und immer dann, wenn Dinge nicht mehr verstanden werden, handeln Menschen nach traditionellen Verhaltensmustern und besinnen sich auf Altes und Bewährtes: zum Beispiel auf Gold“. Häufig ergreifen die Kunden der Sparkasse sogar selbst die Initiative und sprechen die Anlageberater direkt auf Gold an. Zudem merkt der Edelmetallexperte an, dass das Sparkassen-Goldkonto seinen festen Platz in den Portfolios der Kunden gefunden hat und bestens etabliert ist. „Auch mit dem Angebot an Münzen und Barren treffen wir zu 99 Prozent die Erwartungen unserer Anleger und sind damit sehr zufrieden“, erklärt der Goldexperte. Zum Thema des Timings von Goldkäufen hat Matheis ein schönes Bild parat. Diesbezüglich stellt er gerne folgende Frage in den Raum: Wann hat Noah die Arche erbaut? Seine Antwort lautet: „Vor der Sintflut – kommt erst mal das Wasser, ist es zu spät."

So funktioniert das Goldkonto

Das Goldkonto der Kreissparkasse Göppingen ermöglicht den Erwerb, den Besitz und die professionelle Lagerung von physischem Gold. Handelbar sind derzeit die fünf weltweit bekannten Goldmünzen Krügerrand (Südafrika), Philharmoniker (Österreich), American Eagle (USA), Maple Leaf (Kanada) und Gold Nugget/Känguru (Australien) mit einem Feingewicht von einer Unze (ca. 31,10 Gramm). Die australische Goldmünze ist auch als ½ Unze erhältlich. Bei Goldbarren – vorwiegend von Herstellern wie Heraeus und Umicore – sind folgende Gewichtsklassen verfügbar: 1, 50, 100, 250 und 1.000 Gramm.

© Erwin Wodicka/ Fotolia
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Die gekauften Goldmünzen oder -barren werden im Hochsicherheitstresor von pro aurum als Sondervermögen – geschützt durch die Einlagensicherung und den Haftungsverbund der Sparkassen – gelagert und sind vollumfänglich versichert. Der Kontoinhaber kann während der Geschäftszeiten der Sparkasse jederzeit zukaufen, verkaufen oder auch ausliefern lassen. Bezüglich der Auslieferung konstatiert Rainer Matheis den Göppingern allerdings eher ein geringes Interesse. Kein Wunder, schließlich gefährdet man im Falle einer Lagerung in den eigenen Wänden neben dem jeweiligen Goldschatz auch die eigene Familie. „Das Interesse an physischen Auslieferungen hielt sich seit der Einführung unseres Sparkassen-Goldkontos in Grenzen und ließ sich locker an einer Hand abzählen“, erläutert der für das Goldkonto verantwortliche Produktmanager. Für das sichere Verwahren und etwaige Ausliefern fallen zusätzliche Gebühren an. So ganz ohne Papier kommt aber auch das Goldkonto nicht aus, schließlich muss es beantragt werden, und einmal pro Jahr erhält der Goldbesitzer einen Depotauszug mit stichtagsbezogener Bewertung seines Goldvermögens – das Goldinvestment selbst ist jedoch zu 100 Prozent physischer Natur.

Wenn`s um Gold geht – Kreissparkasse Göppingen

Die Entscheidung der Kreissparkasse Göppingen, ihren Kunden als erstes deutsches Finanzinstitut ein Goldkonto anzubieten, erwies sich im Nachhinein als goldrichtig. Matheis zieht folgendes Fazit und meint: „Uns wurde schlagartig klar, dass wir hier einen Nerv – oder besser gesagt – ein Bedürfnis unserer Kunden voll getroffen haben, welches wir bisher so deutlich nicht erkannt hatten. Die Leute kaufen Gold, wenn nicht bei uns, dann bei den Mitbewerbern.“ Für ihn erlangte man über das hauseigene Sparkassen-Goldkonto die Kompetenz, das Produkt und die Lösung für die wichtigsten Anforderungen an die für ihn „modernste und zugleich konservativste Geldanlage der Welt“.

Seit 1963 werben Sparkassen mit dem Slogan „Wenn´s um Geld geht – Sparkasse“. Zumindest die Kreissparkasse Göppingen könnte diese Aussage mehr als 50 Jahre später auch auf die Anlageklasse „Gold“ übertragen.


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