Gold: Hände weg von Derivaten und Spekulation mit Hebel und auf Kredit

Chartanalyse

Der andauernde Aktien-Crash in China schickt zunehmend Schockwellen durch das gesamte weltweite Finanzsystem. In den letzten vier Wochen verlor alleine der Shanghai A Index über 29% und befindet sich damit nun offiziell in einem Bärenmarkt. Selbst der deutsche DAX notiert mittlerweile fast 14% unterhalb seines Höchststandes von Anfang April.

Gold ist zwar in den letzten Wochen nicht gecrasht, konnte aber von der zunehmenden Unsicherheit bisher überhaupt nicht profitieren, sondern notiert auf einem Viermonatstief. Das Drama in Griechenland führte zweimal zu einem kleinen Gap im asiatischen Handel, welches aber bereits jeweils noch am selben Handelstag wieder geschlossen wurde. Silber hingegen kam gestern ganz gewaltig unter die Räder. Ebenso Platin, Palladium und die Minenaktien.

Ich hatte die Gefahr eines finalen Ausverkaufs beim Gold in Richtung 1.035 US$ im Zusammenhang mit dem völlig heiß gelaufenen chinesischen Aktienmarkt immer wieder thematisiert. Dennoch bin ich in den letzten Wochen zunächst eher von einer anstehenden Sommerrally ausgegangen. Dieses Szenario verliert jedoch zunehmend an Wahrscheinlichkeit. Vielmehr riecht es nun doch nach einer Deflationswelle, welche zunächst so ziemlich alle Assetklassen mit sich reißen wird.

Für den Goldpreis kommt es nun darauf an, ob die letzte starke Unterstützungszone zwischen 1.130 US$ und 1.140 US$ dem Ansturm der Bären standhält. Eine kurze steile Erholung wäre hier in jedem Fall zu erwarten. Mit dem dritten Test dieser Zone müsste nach kurzer Erholung schließlich aber auch der Durchbruch folgen. Dann kann alles sehr schnell gehen und Gold in wenigen Wochen bzw. Monaten endlich sein finales Tief im Bereich um 980 US$ - 1.035 US$ markieren.

In Euro gerechnet bewegt sich der Preis weiterhin um die Marke von 1.050 €/Feinunze. Der schwächere Euro federt die Kursverluste bisher gut ab. Dennoch wird ein Test der psychologischen Marke von 1.000 € immer wahrscheinlicher. Diese sehr starke Unterstützungszone sollte aber halten und mittelfristig das Fundament für den nächsten Anstieg legen.

Bleiben sie ruhig und kaufen sie nur physische Edelmetalle. Hände weg von Derivaten und Spekulation mit Hebel und auf Kredit. Das ist in diesem unberechenbaren und volatilen Marktumfeld tödlich.


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