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Gold: Durchwachsene Bilanz in 2018

Goldreport

Der Goldpreis zeigte sich im Jahr 2018 sehr wechselhaft. Zwei Quartale (Q2 und Q3) fielen ausgesprochen negativ aus, während das erste und vierte Quartal relativ freundlich verlief. Auf Dollarbasis verbuchte der Krisenschutz Gold bislang ein Minus von 2,0 Prozent, in Euro errechnet sich ein Gewinn von 2,8 Prozent.

Krisenschutz: Langeweile, Fehlanzeige

Das Jahr 2018 verlief bislang alles andere als langweilig. Wie in den Jahren zuvor entwickelte sich das gelbe Edelmetall in den ersten Wochen recht positiv und markierte am 24. Januar mit 1.360 Dollar den höchsten Stand des Jahres. Danach folgte auf dem erhöhten Niveau allerdings eine mehrmonatige Seitwärtsbewegung. Im April gab es dann unter den als Krisenwährungen gehandelten Krisenwährungen einen Favoritenwechsel zu beobachten. Der Goldpreis setzte zu einer Talfahrt um in der Spitze fast 200 Dollar an, während der Bitcoin regelrecht kollabierte und sich durch die enormen Kursverluste und die Explosion der Volatilität als Vermögensschutz erst einmal disqualifiziert haben dürfte. Gefragt war trotz einer auf 2,9 Prozent p.a. gestiegenen Inflation (Juni/Juli) und trotz rekordhoher US-Staatsschulden in Höhe von fast 22 Billionen Dollar (November 2018) die Noch-Weltleitwährung Dollar. 

Weil die US-Notenbank Fed als erste unter den weltweit wichtigsten Notenbanken dank der starken US-Wirtschaft seit Ende 2015 eine restriktivere Geldpolitik verfolgt, floss in diesem Jahr viel Kapital – insbesondere aus Schwellenländern – zurück in die USA. Inklusive der Zinserhöhung im Dezember gab es 2018 insgesamt vier Zinsschritte nach oben zu verdauen. Im Herbst kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise sogar über die Marke von 3,2 Prozent, was dem Goldpreis aufgrund der gestiegenen Opportunitätskosten erheblich geschadet hat. Mit 1.170 Dollar musste das gelbe Edelmetall Mitte August den tiefsten Stand des Jahres hinnehmen. 

Doch der guten Laune an den Aktienmärkten folgte die Ernüchterung. Bereits zum Jahresanfang brachen die Aktienkurse in China ein, gefolgt von den europäischen Aktienmärkten, wo der DAX aufgrund eines Kursrückgangs um über 20 Prozent mittlerweile sogar einen „Bärenmarkt“ anzeigt.  In den vergangenen Monaten erwischte es dann auch US-Aktien, wenngleich weniger heftig als den exportlastigen DAX. Unter den Investoren setzt sich offensichtlich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die US-Wirtschaft gegenüber den negativen Folgen des ungelösten Handelskonflikts mit China nicht immun sein wird. Dies hat der Krisenwährung Gold zuletzt sehr geholfen und sie in Richtung 1.280 Dollar ansteigen lassen.

Robert Hartmanns Bilanz und Ausblick

Für Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, stellte der diesjährige Rückschlag des Goldpreises auf 1.020 Euro eine große Überraschung dar. Doch seiner Meinung nach hätte die gestiegene Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa noch deutlicher für den US-Dollar sprechen müssen als. Verwundert hat ihn auch, dass die chaotischen Brexit-Verhandlungen sowie der Zirkus um die Neuverschuldung Italiens sowie die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich keine positive Auswirkung auf den Goldpreis hatten. Er sagt: „Aber so ist es halt, wenn das Sentiment eines Marktes wirklich am Boden ist. Ich habe an dieser Stelle schon oft gesagt, dass es einer Verbesserung der Stimmung bedarf – insbesondere bei den großen institutionellen Anlegern. Erst dann können sich die Edelmetalle wieder in Richtung ihrer Allzeithochs aufmachen.“ 

Für den erfahrenen Edelmetallprofi steht fest, dass nach neunjähriger Aufwärtsbewegung die wichtigsten Aktienindizes erst einmal ins Stocken geraten sind und sich daran – abgesehen von temporären Zwischenerholungen – wahrscheinlich nichts ändern wird. Sein Fazit lautet daher: „Es wird in den kommenden drei bis vier Jahren deutlich schwieriger, Geld an den Finanzmärkten zu verdienen. Dies wird Gold und Silber auf jeden Fall helfen.“ Sein Ausblick für 2019 fällt daher recht optimistisch aus. Robert Hartmann sagt: „Für mich wird 2019 das Jahr der Wiedergeburt der Edelmetalle.“ Hierfür sprächen viele Gründe. Seiner Meinung nach müssen die realen Zinsen nach Abzug der Inflation in Europa und den USA niedrig bleiben. Angesichts der Schuldenorgie der vergangenen Jahre hätten die Notenbanken dieser Länder gar keine andere Wahl. Sonst würde mittelfristig nämlich die Frage nach der Solvenz dieser Länder gestellt. 

Am 19. Dezember hat die US-Notenbank Fed seit Ende 2015 zum neunten Mal in Folge ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht. Glaubt man den Mitgliedern des für die Festlegung des Zinssatzes zuständigen Ausschusses, so wird man in 2019 wohl weniger Zinserhöhungen erleben als zuletzt angenommen. Dies sieht Edelmetallexperte Hartmann eher kritisch, er sagt: „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es überhaupt noch zu Zinssteigerungen kommen wird. Die Zentralbanken werden das tun, was sie in den vergangenen 18 Jahren immer getan haben: Sie werden versuchen, durch ihre Entscheidungen den so genannten ‚Wealth-Effekt‘ wiederherzustellen.“ Ihr Motto wird lauten: Die Talfahrt an den Börsen muss in jedem Fall gestoppt werden, damit sich die Menschen weiter verschulden und konsumieren können. Hartmann zieht deshalb folgendes Fazit: „Meine Prognose ist, dass eine solche Politik am langen Ende nicht gut gehen wird. Wenn die Musik aufhört zu spielen, wird es nur sehr wenige Rettungsboote geben. Willkommen auf der Titanic!“

Ausverkauf bei Futures und ETFs gestoppt?

An wichtigen Goldmärkten wie der Terminbörse Comex und im ETF-Sektor scheint sich ein Stimmungswechsel abzuzeichnen. Für den Monat November meldete der World Gold Council bei den weltweiten Gold-ETFs Zuflüsse in Höhe von insgesamt 21,2 Tonnen, wovon der Löwenanteil auf die beiden Regionen Europa (10,5 Tonnen) und Nordamerika (8,4 Tonnen) ging. Auf Gesamtjahressicht lässt sich eine besonders interessante Entwicklung attestieren, schließlich waren in den ersten elf Monaten in Nordamerika Abflüsse in Höhe von 49,7 Tonnen registriert worden, während in Europa im Zuge der schwierigen Regierungsbildung in Deutschland, dem chaotisch verlaufenden Brexit und der wenig soliden italienischen Haushaltspolitik Zuflüsse von 57,4 Tonnen registriert wurden. Erheblicher Verkaufsdruck kam im Jahresverlauf aber auch von den US-Terminmärkten. Dort gab es nämlich unter großen Terminspekulanten (Non-Commercials) eine massive Verkaufswelle zu beobachten. Deren im Januar zu beobachtende Netto-Long-Position (Pessimismus überwiegt) von über 214.000 Futures drehte in der ersten Oktoberhälfte in eine Netto-Short-Position (Pessimismus überwiegt) von im Tief minus 38.000 Kontrakte. Mittlerweile blickt diese relativ wichtige Gruppe von Marktakteuren wieder deutlich optimistischer drein. Per Saldo waren sie am 11. Dezember mit fast 76.000 Futures netto long.

Niedrige Volatilität spricht eindeutig für Gold

Viele Anleger dürften angesichts der zahlreichen Krisenherde und der Kurseinbrüche an den internationalen Aktienmärkten von der diesjährigen Performance des Goldpreises relativ enttäuscht sein, weil der „sichere Hafen“ Gold bislang noch nicht im großen Stil von verunsichertem Kapital angesteuert wurde. Doch in einem Punkt hat das gelbe Edelmetall ganz klar positiv überrascht: bei der Risikokennzahl Volatilität (Kursschwankungsintensität). Einige Terminbörsenbetreiber haben Volatilitätsindizes auf wichtige Anlageklassen entwickelt und veröffentlichen diese fortlaufend. Als besonders „fleißig“ gilt in diesem Zusammenhang die Chicago Board Options Exchange (CBOE) die auf Basis von gehandelten Optionen unter anderem Volatilitätsindizes auf diverse Aktienindizes, Rohstoffe und Edelmetalle im Angebot hat. 

Besonders kräftige Volatilitätszuwächse gab es in diesem Jahr mit plus 172 bzw. plus 168 Prozent beim VIX (S&P 500) und beim OVX (Rohöl-ETFs) zu vermelden, während die CBOE-Volatilitätsindizes auf Gold (plus 38,7 Prozent) und Silber (plus 24,7 Prozent) relativ „cool“ blieben. Auch die Volatilitätsindizes auf deutsche Blue Chips (VDAX-NEW) bzw. europäische Standardwerte (VSTOXX) sind im Jahresverlauf um 64 bzw. 90 Prozent in die Höhe geschossen. Vor allem der Gold-Volatilitätsindex kann mit aktuell 15,2 Prozent fast schon als „konkurrenzlos risikoarm“ bezeichnet werden. Mit Blick auf diese Kennzahlen fällt bei einem Investment in die 500 wichtigsten US-Aktien (Vola: 30 Prozent) oder in den 30 Werte umfassenden DAX (Vola: 23 Prozent) das Risiko höher als beim Kauf von Gold aus. Gemäß der Portfoliotheorie müsste eine starke Diversifikation, die man in besonders hohem Maße dem S&P 500 attestieren kann, normalerweise zu einer reduzierten Volatilität führen. Da Gold bei vielen Anlegern in erster Linie als Vermögensschutz und weniger als Spekulationsobjekt fungiert, sollte man den Vorteil der relativ geringen Volatilität als positiven Begleitumstand interpretieren. Ein Versicherungsschutz, der die Nerven schont – was will man mehr?

Dezember: Reger Betrieb und erfolgreicher Relaunch der Website

Im Dezember herrschte bei pro aurum reger Betrieb in den Standorten und auch im Onlineshop. Angesichts der aktuellen Marktlage merkt Robert Hartmann diesbezüglich Folgendes an und erklärt: „Für ein Edelmetallhandelshaus ist es sehr erfreulich, wenn sich einige Kunden von Ihren Beständen trennen und Kasse machen. Denn Münzen oder Barren, die wir zu unseren Ankaufskonditionen erwerben, erhöhen die Marge unserer Geschäftstätigkeit. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren unsere Ankaufskurse durch einen reduzierten Spread noch kundenfreundlicher gestaltet.“ Aktuell kommen zwei Verkäufer auf acht Käufer. Als meistgehandelte Gattungen erwiesen sich im Dezember bei Goldbarren die Gewichtseinheiten 100 Gramm, 250 Gramm und 1.000 Gramm. Bei den Goldmünzen standen hingegen die Unzenmünzen „Krügerrand“ und „Philharmoniker“ auf den Einkaufszettel vieler Kunden ganz oben. Bei Silber konzentrierte sich das Anlegerinteresse derzeit auf die differenzbesteuerten Silberunzen „Maple Leaf“, „Känguru“ sowie unsere laufende Sonderaktion „Mexico Libertad“.

Ein absolutes Highlight stellte im Dezember aber der Relaunch der Website von pro aurum dar. Robert Hartmann zeigte sich nach den ganzen Jahren der Entwicklung und Umsetzung stolz und froh, dass die „Mammutaufgabe“ noch vor dem Jahreswechsel erfolgreich abgeschlossen wurde. Derzeit bekommen wir aktuell recht viel Resonanz von unseren Kunden und den Nutzern. Diese nehmen wir sehr ernst, schließlich sollen sich die User auf unserer Webseite wohlfühlen und nützliche Informationen schnell auffinden. Zunächst einmal sammeln wir sämtliches Feedback und etwaige Anregungen. Kleinere Verbesserungen setzen wir sofort um. Größere Änderungen werden zunächst konzeptionell erfasst und dokumentiert. Es wird sicherlich bis Ende des ersten Quartals 2019 dauern, bis wir die von den Usern gewünschte nächste Evolutionsstufe erreichen. Fazit: Eine Webseite ist bekanntlich nie wirklich fertig, sondern immer „under construction!“


Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Im Dezember haben an der von pro aurum durchgeführten Edelmetall-Stimmungsumfrage insgesamt 1.770 Anleger teilgenommen (November: 2.850). Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Anteil der Kaufwilligen von 41,9 auf 49,3 Prozent deutlich erhöht. Eine abwartende Haltung nehmen derzeit 50,3 Prozent (November: 58,1 Prozent) der Anleger ein.

pro aurum Goldreport - Frage Nr. 1

Bei der Frage nach der Bewertung der aktuellen Edelmetallpreise kam es aufgrund der starken Goldpreisentwicklung zu einem deutlich veränderten Marktsentiment. Zwar schätzt eine große Mehrheit der Umfrageteilnehmer Edelmetalle weiterhin als unterbewertet ein, auf Monatssicht kam es jedoch zu einer kräftigen Reduktion von 76,9 auf 66,2 Prozent. Eine faire Bewertung sehen derzeit 23,0 Prozent der Umfrageteilnehmer (Vormonat: 14,9 Prozent). Besonders interessant: Die Quote der Anleger, die Edelmetalle als überbewertet einstufen, hat sich im Berichtszeitraum lediglich von 8,2 auf 10,8 Prozent erhöht. 

pro aurum Goldreport - Frage Nr. 2

Eine Überraschung gab es im Dezember auch mit Blick auf die Einschätzung der Preisperspektiven der Edelmetalle für das kommende Quartal. So hat sich zum Beispiel der Anteil derer, die steigende Edelmetallpreise erwarten, von 38,3 auf 47,9 Prozent erhöht. Die Quote für einen prognostizierten Seitwärtstrend sank hingegen von 43,0 auf 39,5 Prozent der Befragten. Ebenfalls reduziert hat sich der Anteil der Pessimisten. Hier war auf Monatssicht ein Minus von 18,7 auf 12,6 Prozent registriert worden.

pro aurum Goldreport - Frage Nr. 3

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