Gold: Als Stabilitätsanker unerlässlich

Goldreport

Der Goldpreis konnte im November weder von den labilen Aktienmärkten noch vom Kurseinbruch des Bitcoin profitieren. Seit mehreren Monaten versucht sich das gelbe Edelmetall im Bereich von 1.200 Dollar an einer Bodenbildung.

Gold glänzt durch hohes Maß an Stabilität

Dass trotz erheblicher Risiken – wie zum Beispiel den ungewissen Folgen des Brexit, der italienischen Schuldenpolitik, des ungelösten Handelskonfliktes zwischen China und den USA sowie der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine – der Krisenschutz Gold weiterhin vor sich hindümpelt, mag viele „Goldfans“ enttäuschen; seinem Ansehen als alternative Anlageklasse hat dies aber keineswegs geschadet. Während in vielen Anlagesegmenten die Investoren immer nervöser werden, überzeugt der traditionelle Krisenschutz durch ein hohes Maß an Stabilität und eine relativ geringe Volatilität (Kursschwankungsintensität).

Diverse Terminbörsenbetreiber haben Volatilitätsindizes entwickelt, die das mit einem Investment verbundene Risiko sehr gut zum Ausdruck bringen. Die meisten dieser Risikobarometer auf Blue-Chip-Indizes aus Europa und den USA oder Rohstoffe sind seit dem Jahreswechsel kräftig angestiegen. Zwei von der Terminbörse CBOE entwickelte Exemplare bringen dies besonders gut zum Ausdruck. Beim VIX (S&P 500) war seit Ende Dezember ein Indexsprung um 75 Prozent auf 19 Prozent registriert worden, während die Achterbahnfahrt des Ölpreises zu einer regelrechten Explosion des Öl-Volatilitätsindex um 153 Prozent auf 54 Prozent geführt hat.

Völlig aus dem Rahmen fällt in diesem Zusammenhang der Blick auf den CBOE-Gold-Volatilitätsindex. Dieser verzeichnete nämlich für die ersten elf Monate des Jahres 2018 lediglich einen Anstieg um vier Prozent auf elf Prozent. Ein als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz geeignetes Investment, das sich durch überdurchschnittlich geringe Kursschwankungen auszeichnet – was will man mehr? In der Vergangenheit haben viele Anlageberater mit Verweis auf dessen hohe Volatilität von Gold abgeraten. Diese Argumentation entbehrt nunmehr jeder Grundlage. Gegenwärtig belegen finanzmathematische Kennzahlen, dass ein Investment in die 500 bedeutendsten US-Aktien – trotz breiter Diversifikation – riskanter ist als der Kauf von Gold. Außerdem wird Gold eine negative Korrelation zum Dollar und zu Aktieninvestments attestiert. Da beide Anlageklassen in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen sind, dürfte Gold als Stabilitätsanker jedem Portfolio gut zu Gesicht stehen. Ein Goldquote von mindestens zehn Prozent sollte sich deshalb jeder Anleger „gönnen“.

Risiken in Europa wieder auf dem Vormarsch

Europäische Anleger wurden im November gleich mehrfach daran erinnert, dass ein Investment in Gold trotz des diesjährigen Kursrückgangs um über fünf Prozent weiterhin Sinn macht. Argumente lieferte unter anderem der von den europäischen Regierungen beschlossene Brexit-Vertrag, der nun noch vom britischen Parlament genehmigt werden muss. Dies scheint alles andere als sicher zu sein und im Falle eines Ablehnens der „Scheidungs-Vereinbarung“ droht Europa Ungemach in Form von eingetrübten Konjunkturperspektiven. Aber auch der Streit um die italienische Finanzpolitik legt die Unzulänglichkeiten der Gemeinschaftswährung Euro schonungslos offen. Mit einem Schuldenstand von aktuell mehr als 2.300 Milliarden Euro übertrifft Italien den Schuldenberg von Griechenland um den Faktor 6,5. In Anbetracht dieser Dimensionen dürften nicht nur Weltuntergangspropheten zu der Erkenntnis kommen, dass physisches Gold im Vergleich zu Geld auf lange Sicht über die besseren Überlebenschancen verfügt. Dabei dürfte es absolut keine Rolle spielen, welchen Namen die Währung trägt.

LBMA startet Transparenz-Offensive

Um den Ruf der traditionsreichen London Bullion Market Association (LBMA) musste man sich nach Preismanipulationsvorwürfen und dem Handel von „Blutgold“ in den vergangenen Jahren immer wieder sorgen. Im November generierte der wichtigste Handelsplatz für physisches Gold eher positive Schlagzeilen. Über die Londoner Goldumsätze wusste man bislang nicht viel. Dies soll sich im Zuge einer Transparenz-Offensive nun aber verbessern. Erstmals veröffentlichte nämlich das Management von LBMA für die Woche vom 12. bis 16. November detaillierte Daten über die Handelsaktivitäten in den verschiedenen Marktsegmenten. Insgesamt wurde im Goldhandel pro Woche ein durchschnittlicher Tagesumsatz in Höhe von 36,9 Milliarden Euro erzielt, was einer täglich gehandelten Goldmenge von durchschnittlich 30,2 Millionen Feinunzen entsprach. Bei Silber beliefen sich die täglichen Umsätze auf 5,2 Milliarden Euro und die Durchschnittsmenge auf 359,2 Millionen Feinunzen.

Und so verteilten sich bei Gold die Umsätze auf die verschiedenen Marktsegmente: Im Kassahandel wurden im Berichtszeitraum insgesamt 95 Millionen Feinunzen umgesetzt, während bei Termingeschäften in Form von Swaps & Forwards Umsätze in Höhe von 46,5 Millionen Unzen registriert wurden. Beim Geschäft mit Optionen gab es ein Handelsvolumen von 4,1 Millionen Unzen zu vermelden und bei Ausleihungen wurden Umsätze in Höhe von 5,4 Millionen Unzen registriert. Aus Sicht des Anlegers ist die erhöhte Transparenz zweifellos positiv zu sehen, schließlich sind die Höhe der Umsätze und vor allem die historische Entwicklung der Umsätze extrem wichtige und nützliche Informationen.

Auf keinen Fall die Relation zur Realität verlieren

Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, weist darauf hin, dass von der LBMA auf Basis der vorgelegten Zahlen pro Tag 939 Tonnen Gold und 11.174 Tonnen Silber umgesetzt werden! Da die weltweite Neuförderung von Gold bei rund 3.000 Tonnen und die Primärproduktion von Silber bei etwa 28.000 Tonnen liegt, sind die vorgelegten Zahlen ziemlich beeindruckend. Das heißt nämlich: Um die gesamte Jahresproduktionen dieser Edelmetalle umzusetzen, werden bei Gold drei und bei Silber lediglich 2,5 Handelstage benötigt. Unter Berücksichtigung der offiziellen Umsatzzahlen der Future-Börse COMEX in New York, wo täglich noch einmal rund 35 Millionen Unzen Gold gehandelt werden, verkürzt sich dieser Wert sogar auf lediglich 16 Stunden.

Im Vergleich dazu muten die Verkaufszahlen der führenden Goldmünze der Welt, dem südafrikanischen Krügerrand, fast schon lächerlich an. Rund eine Million Unzen werden hier durchschnittlich pro Jahr hergestellt und an Investoren weltweit verkauft. Diese Menge umzusetzen dauert an den führenden Goldhandelszentren gerade einmal 13 Minuten. Anhand dieser Zahlen wird klar, warum wir an dieser Stelle oftmals erwähnen, dass die Preisfindung bei den Edelmetallen in der Regel an den Papiermärkten erfolgt. Edelmetallexperte Hartmann sagt: „Für mich ist der physische Markt trotz dieses Umfelds kein zahnloser Tiger. Es erfordert aber eine hohe globale Nachfrage nach physischen Edelmetallen über Wochen, bis sich das in den Kursen niederschlägt.“

Brexit kein Problem für Handelsplatz London

Angesichts des näher rückenden Brexit sieht Robert Hartmann dem künftigen Goldhandel relativ gelassen entgegen. Er sagt: „Viele Analysten sehen im Brexit das Ende der englischen Volkswirtschaft. Das ist natürlich Unsinn. Ich gehe davon aus, dass die Briten in den nächsten Monaten und Jahren bilaterale Abkommen mit anderen Staaten schließen werden.“ Vorrangiges Ziel wird sein, diese mit möglichst günstigen Konditionen für das Vereinigte Königreich auszustatten. Edelmetallprofi Hartmann traut den Engländern zu, dass sie das schaffen. Dann hätten sie die beste aller Welten: optimale Rahmenbedingungen für ihre Wirtschaft bei vollständiger Souveränität. Seiner Meinung nach hat der Finanzplatz London eine gute Zukunft vor sich, auch wenn er zunächst Federn lassen sollte. Des Weiteren stellt er klar und sagt: „Am Beispiel des Finanzplatzes Zürich kann man erkennen, wie vorteilhaft es sein kann, sich außerhalb der EU zu befinden.“

Im November aufgekommene Gerüchte eines neuen Goldhandelszentrum in Paris nimmt er indes nicht ernst. Seiner Meinung nach fehlt es nicht nur an Tradition, sondern auch an den Rahmenbedingungen. Er meint: „So einen Handelsplatz baut man nicht in wenigen Monaten auf. Das braucht Jahre.“ Überdies geht er davon aus, dass die EU mit London Vereinbarungen treffen wird, wie mit dem Gold der Notenbanken in Zukunft umzugehen ist. Höchstwahrscheinlich bleibt damit alles beim Alten.

Notenbanken liefern viele Kaufargumente für Gold

Dass die Politik der großen Notenbanken aus den Industriestaaten an den Goldmärkten seit Jahren besonders heiß diskutiert wird, dürfte unbestritten sein. In den vergangenen Jahrzehnten reagierten sie auf Finanzkrisen stets mit Zinssenkungen. Als diese nicht mehr ausreichten, führte man Negativzinsen für Bankeinlagen ein und legte billionenschwere Anleihekaufprogramme (Quantitative easing) auf. Trotz explodierender Schulden und Geldmengen hat die Mehrheit der Investoren weiterhin Vertrauen in die Allmacht der „Währungshüter“ und damit in die Werthaltigkeit von Geld. Notenbanken beeinflussen aber auch auf andere Weise die Meinung des Finanzmarktes hinsichtlich Gold, schließlich halten derzeit sieben Notenbanken Goldreserven von mehr als 1.000 Tonnen. Einige Notenbanken traten in den vergangenen Jahren sogar als massive Goldkäufer in Erscheinung. Vor allem Länder wie China, Russland, Türkei suchen Alternativen zu den weltweit anerkannten Reservewährungen und sind bei Gold fündig geworden. 

Lobeshymnen auf Gold hört man von amtierenden Notenbankern kaum, ein Ex-Notenbanker hat sich nach seiner Amtszeit aber zum regelrechten Goldfan entwickelt: Alan Greenspan. Er fungierte von 1986 bis 2006 als Chef der US-Notenbank Fed und legte mit seiner expansiven Geldpolitik den Grundstein für die nachfolgende US-Immobilienkrise bzw. -blase und den heftigsten Konjunktureinbruch seit der Weltwirtschaftskrise. Ein Zitat von Alan Greenspan legt Robert Hartman jedem Anleger besonders nahe: „Gold ist eine Währung, es ist noch immer die wichtigste Währung, an die keine andere Währung herankommt – inklusive des Dollars.“ Für Hartmann ist dies ein wichtiger Grund, warum führende Notenbanken seit Jahrzehnten einen nicht unerheblichen Teil ihrer Währungsreserven in Gold halten. Er sagt nämlich: „Sie tun das, weil sie wissen, dass Gold das eigentliche Marktgeld ist und in den vergangenen 5.000 Jahre stets einen Wert hatte. Es ist nicht beliebig vermehrbar und beinhaltet kein Zahlungsversprechen eines Dritten.“ Diese Attribute seien in der heutigen Zeit unschlagbar. Und so verwundert es ihn auch nicht, dass einige Notenbanken zugreifen und Gold erwerben. Er weist darauf hin, dass Russland und Kasachstan in monatlichen Tranchen kaufen. Außerdem haben im Oktober nach mehr als 30 Jahren Abstinenz auch die Notenbanken Polens und Ungarns ihre Goldbestände teils deutlich aufgestockt. Das ist bemerkenswert. Sollte sich das fortsetzen, wird das für den Goldpreis sehr förderlich sein.

November mit ruhigem Handelsaufkommen

Die Volatilität der Edelmetallkurse hat im November etwas abgenommen – und somit auch die Geschäftstätigkeit in den Filialen von pro aurum und im Onlineshop. Grundsätzlich ist Robert Hartmann aber mit dem Handelsaufkommen in diesem Monat nicht unzufrieden. Die Anzahl der Kunden, die Münzen und Barren an pro aurum verkauft haben, ist leicht gestiegen – insbesondere an den Tagen, an denen der Goldpreis über 1.075 Euro notierte. Meistgehandelte Gattungen waren die Unzenmünzen Krügerrand und Philharmoniker sowie die Goldbarren in den Gewichtseinheiten 1 Unze und 100 Gramm. Bei Silber konzentrierte sich das Interesse auf die differenzbesteuerten Silbermünzen Maple Leaf und Krügerrand.

Apropos Silber, wer sich oder seine Lieben mit diesem Edelmetall beschenken möchte, sollte im Dezember auf jeden Fall unsere diesbezügliche Sonderaktion beachten. Mit dem Erwerb von 60.000 mexikanischen Silbermünzen (1 Feinunze) geben wir nämlich den dabei erzielten Preisvorteil an unsere Kunden weiter. Während der Dauer der Sonderaktion dürfte somit dieses Exemplar die günstigste Silberunze bei pro aurum sein. Detaillierte Informationen zu der Aktion finden Sie unter www.proaurum.de.

Und noch ein Hingucker: Den teuersten Weihnachtsbaum Europas können Sie vom 3. bis 15. Dezember während der üblichen Geschäftszeiten in der Münchner Firmenzentrale von pro aurum bestaunen. In Kooperation mit der Münze Österreich wurde dieser nämlich mit insgesamt 2.018 Exemplaren der Goldmünze „Wiener Philharmoniker“ bestückt und repräsentiert damit einen Gegenwert von etwa 2,3 Millionen Euro. Am verkaufsoffenen Samstag, den 15. Dezember, mit verlängerten Öffnungszeiten bis 16.00 Uhr erwarten den Besucher neben Fachvorträgen weitere musikalische und weihnachtliche Highlights. Außerdem bietet pro aurum frei nach dem Motto „Goldene Weihnachtszeit bei pro aurum“ gemeinsam mit Partnern diverse Sonderaktionen rund um den Gold-Philharmoniker an, darunter einen besonderen Verpackungsservice und Sonderangebote. Unter anderem präsentiert die Firma Coinnected extravaganten Schmuck aus Gold- und Silbermünzen oder -Barren – ein Muss für alle, die noch auf der Suche nach Inspirationen für Weihnachtsgeschenke sind. 


Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der von pro aurum durchgeführten Edelmetall-Stimmungsumfrage haben im November insgesamt 2.850 Anleger teilgenommen (Oktober: 3.615). Dabei hat sich der Anteil der Kaufwilligen im Berichtszeitraum von 57,8 auf 41,9 Prozent kräftig reduziert. Zugleich ging es mit der Quote der Anleger mit abwartender Haltung von 42,2 auf 58,1 Prozent deutlich bergauf.

Goldreport 11/2018 - Frage 1

Keine größeren Verwerfungen gab es bei der Frage nach der Bewertung der aktuellen Edelmetallpreise zu beobachten. Wie im Monat zuvor stuft eine große Mehrheit der Umfrageteilnehmer Edelmetalle als unterbewertet ein. Hier kam es auf Monatssicht zu einer leichten Reduktion von 77,1 auf 76,9 Prozent. Eine faire Bewertung sehen derzeit 14,9 Prozent der Umfrageteilnehmer, nach 15,5 Prozent im Oktober. Leicht erhöht hat sich die Quote derer, die Edelmetalle als überbewertet einstufen. Hier kam es zu einem Anstieg von 7,4 auf 8,2 Prozent.

Goldreport 11/2018 - Frage 2

Befragt nach den Preisperspektiven der Edelmetalle für das kommende Quartal war eines offensichtlich: Der bisherige Optimismus erhielt einen kräftigen Dämpfer. Steigende Edelmetallpreise erwarten lediglich 38,3 Prozent der Anleger, nachdem im Oktober noch ein Wert von 48,4 Prozent gemeldet worden war. Mittlerweile prognostiziert eine Mehrheit von 43,0 Prozent der Befragten, dass wir künftig einen Seitwärtstrend sehen werden (Vormonat: 29,7 Prozent). Der Anteil der Pessimisten hat sich auf Monatssicht von 21,9 auf 18,7 Prozent reduziert.

Goldreport 11/2018 - Frage 3

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