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Frank Schäffler: Ohne Bargeld kommt der gläserne Bürger

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Nur Bares ist Wahres – dieser eiserne Grundsatz, der auch im Zeitalter von Kreditkarte und Co. in der deutschen Seele weiterhin tief verwurzelt ist, geriet in den vergangenen Wochen unter Beschuss: Die Diskussion um eine mögliche Abschaffung von Bargeld ist nun auch in Deutschland entbrannt. Zuletzt hat der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sich für ein Ende von Münzen und Scheinen ausgesprochen. Er hat daran erinnert, dass ein Drittel des Euro-Bargelds aus 500-Euro-Scheinen besteht, die Otto Normalverbraucher nicht benötige: „Fürs Einkaufen braucht die niemand, damit wickeln lichtscheue Gestalten ihre Geschäfte ab“. Eine ähnliche Meinung vertrat zuletzt der US-Ökonom Kenneth Rogoff. Kaum jemand plädiert für den Erhalt von Bargeld. 

Doch es gibt dafür gewichtige Argumente, wie Frank Schäffler in einem Artikel für die „Fuldaer Zeitung“ deutlich macht. Der als „Euro-Rebell“ bekannt gewordene frühere FDP-Bundestagsabgeordnete weist darauf hin, dass die bargeldlose Welt vor allem und besonders für den Staat bequem ist und nicht für die Bürger. Zwar erkennt Schäffler die Argumente der Bargeld-Kritiker an und erläutert, dass bei bargeldlosen Zahlungen vor allem Schwarzarbeit und Geldwäsche besser verfolgt werden können. Doch die Überwachung des Zahlungsverkehrs trifft auch unbescholtene Bürger. Sie müssten künftig ein gläsernes Leben führen: Urlaubsziele, gebuchte Hotels, die Wahl des Einzel- oder Doppelzimmers und sogar die Reisebegleitung wären künftig leichter nachverfolgbar. Für Frank Schäffler ist Bargeld in seinem ursprünglichen Sinne deshalb „der in Münzen geschlagene Teil unserer Freiheit“. 

Dennoch geht Frank Schäffler in seinem Plädoyer auch auf die sprichwörtliche „andere Seite der Medaille“ ein, also die Hürden des modernen Finanzsystems. Er blickt zurück auf die Geschichte des Geldes, als Fürsten, Könige und Landesherren mit der Reduzierung des Gold- und Silbergehalts ihre Währung manipulierten, wenn der Staat auf regulärem Wege nicht mehr zu finanzieren war – aus Sicht von Frank Schäffler ist dies kein historisches Phänomen, sondern weiterhin Teil der Politik. Den Wert moderner Währungen, die kein Einlöseversprechen nach dem Vorbild der USA für Dollar-Reserven anderer Notenbanken in Gold mehr enthalten, zweifelt Frank Schäffler massiv an: „Seitdem beruhen alle Währungen nicht mehr auf einer Goldbindung, sondern nur noch auf Vertrauen.“


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Herr Frank Schäffler

Finanzexperte, Politiker


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