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Frank Schäffler: Gold ist der Rettungsanker

pro aurum TV

Frank Schäffler hat sich unter anderem als energischer Kritiker der sogenannten Eurorettung einen Namen gemacht und saß von 2005 bis 2013 für die FDP im Bundestag. Der Anhänger der österreichischen Schule der Nationalökonomie hat einen Hauptschuldigen für die anhaltende Krise ausgemacht, wie er im Gespräch mit pro aurum auf der Edelmetallmesse in München deutlich macht: „Die Krise des Geldes ist eine Krise des staatlichen Geldmonopols“, sagt Schäffler.

Denn nur einer könne Geld imitieren – der Staat mit seinen Notenbanken. Dieser nutze die Banken über Kreditvergaben zur Geldvermehrung auf Knopfdruck: „So entsteht heute Geld und damit entstehen auch Blasen, die sich immer wieder korrigieren werden“, warnt Schäffler. Im Interview mit pro aurum tv zeichnet Schäffler ein düsteres Bild von der Zukunft in der Eurozone: Das Wirtschaftswachstum werde in 15 bis 20 Jahren geringer ausfallen, die Staatsverschuldung weiter steigen, eine Exit-Strategie aus der Politik des billigen Geldes erscheint immer unrealistischer. „Es geht erst mal so weiter, wir werden japanische Verhältnisse erleben“, sagt Schäffler und meint eine Ausweitung der Notenbankbilanz sowie deflationäre Entwicklungen. „Darauf reagiert die Notenbank mit noch billigerem Geld. Das geht noch eine gewisse Zeit gut, der Crash wird also nicht sofort kommen, aber es wird eher ein schleichender Prozess sein“, sagt Schäffler und verweist auf den explodierenden Bestand an Anleihen, welche die Notenbanken in ihren Büchern verzeichnen.

Frank Schäffler beschreibt im Gespräch mit pro aurum einen besorgniserregenden Trend: Überall auf der Welt wird immer stärker nach dem Staat gerufen – und die Regierungen schränken durch ihre desolaten Geldsysteme die Freiheit der Bürger ein. Schäffler erinnert sich an seine letzte Zypern-Reise, wo Kapitalverkehrskontrollen bestehen. „Die Mittelständler müssen dort die Gehaltszahlungen von der Notenbank genehmigen lassen, man kann maximal 200 Euro pro Tag abheben“, berichtet Schäffler und stellt klar: Bargeld ist im Kern auch gedruckte Freiheit.

Doch diese Freiheit wird den Deutschen stückweise genommen – Sparvermögen in Deutschland werden durch die Nullzinsen ruiniert. „Die meisten investieren in Lebensversicherungen und damit in die Schulden Europas“, warnt Schäffler. Er lenkt den Blick weg von Griechenland und in Richtung Italien – hier befindet sich für ihn das Epizentrum der Eurokrise. „Die Eurokrise ist nicht gelöst, sondern nur hinausgeschoben, die Arbeitslosenzahlen sind sehr hoch, es gibt keine Aussicht auf Verbesserung“, sagt Schäffler. Seine Prognose: Sobald  die Zinsen ansteigen, werden viele Firmen und auch Staaten pleitegehen. Deshalb werde die Nullzinspolitik noch lange andauern. In dieser Situation spielt Gold seinen Trumpf als Rettungsanker voll aus: „Gold war historisch immer die Versicherung. Wenn Geld nichts mehr wert war, war Gold der Anker. Das wird es auch in Zukunft sein.“


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