Die schwachen Hände sind abgeschüttelt

Chartanalyse

Nachdem in der letzten Woche mit der Wahl von Donald Trump sicherlich eine der größten Überraschungen aller Zeiten über die Bühne ging, gerieten die Edelmetalle deutlich unter Druck. Obwohl Donald noch nicht einmal in Amt und Würden ist, geht man nun schon fest davon aus, dass er massiv die US-Wirtschaft ankurbeln wird, dadurch die Inflation anzieht und deswegen die Zinsen mittelfristig steigen müssen. Was dabei aber übersehen wird: Mr. Trump wird seine Versprechen nur mit Hilfe neuer Schulden und der Notenbankpresse einlösen können. Vermutlich wird er den von Obama aufgestellten Schulden-Rekord zügig überbieten können. Insofern wird der US-Dollar letztlich weiter ausgehöhlt werden.

Für den unsterblichen Gegenspieler des US-Dollars, also Gold, hingegen, sehen die Experten von Goldcorp Inc. spätestens ab 2018/2019 ein deutlich sinkendes Angebot. Gleichzeitig wird die Nachfrage aus Asien (vor allem Indien und China) weiter ansteigen. Die langfristigen Aussichten bleiben also weiterhin sehr günstig für die Edelmetalle.

Kurzfristig hingegen dominieren mal wieder der COMEX-Papiergoldmarkt und die von Emotionen getriebene Spekulation. Neben dem seit Anfang Juli etablierten Abwärtstrend, der angeschlagenen technischen Situation sowie dem überraschend starken US-Dollar, dürfte vor allem auch die desolate Situation in Indien zum Kursrutsch am Goldmarkt beigetragen haben. So hat man dort parallel (!!) zur US-Wahl letzte Woche einfach die 500 und 1.000 Rupien Scheine verboten und damit breite Bevölkerungsschichten mit dieser staatlich erzwungenen Enteignung und Deflation vor massive Probleme gestellt. Das zwischenzeitlich kaum noch zu bekommende Gold wird in Indien teilweise mit extremen Aufschlägen gehandelt. Gleichzeitig mussten aber viele indischen Goldhändler ihre Kaufaufträge aufgrund mangelnder Bargeldreserven bereits am letzten Mittwoch stornieren. Sie dürften damit den Kursrutsch befeuert haben. Auch wenn momentan noch keine eindeutigen Anzeichen für den Abschluss der dreimonatigen Korrektur vorliegen, dürften die finalen Tiefs nicht mehr fern oder bereits erreicht worden sein. Beim Gold müssten diese höchstwahrscheinlich im Bereich 1.190 – 1.210 USD zu finden sein, während es beim Silber zwischen 15,80 und 16,30 USD sein sollten. In jedem Fall überwiegen jetzt die Chancen eindeutig die Risiken und man ist gut beraten, die tiefen Kurse zu nutzen.

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