Chart-Analyse zu Gold: Viele Gründe sprechen für eine Fortsetzung der Hausse

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Jahrelang hielt sich hartnäckig der Eindruck, dass nur noch mit Aktien das große Geld zu machen sei – ein „sicherer Hafen“ wie Gold, so zumindest die landläufige Meinung, hat längst ausgedient. Jetzt, wo die Unsicherheit die Märkte voll erwischt, kehren jedoch immer mehr Anleger in den Edelmetallmarkt zurück. Und dieser Trend hat viele gute Gründe, wie Alexander Trentin für die Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“ deutlich macht. Unter der Überschrift „Was Goldanlegern Hoffnung macht“ hat er eine ganze Reihe an Fakten und Grafiken zusammengetragen, die allesamt einen Schluss zulassen: Die Erholungsrallye könnte gerade erst angefangen haben.

Trentin verweist beispielsweise darauf, dass der Goldpreis seit Jahresbeginn über 5 Prozent zugelegt hat, während die weltweiten Aktienmärkte fast 6 % verloren und der Rohstoffindex Bloomberg Commodity Index mehr als 3 % gesunken ist. Zwar zeigt der langfristige Trend auf der Chartgrafik noch nach unten, doch dies ist bei einem Gesamtverlust von über 40 Prozent seit dem Allzeithoch von 2011 nicht weiter verwunderlich. Und die Stimmung dreht nach Einschätzung der Schweizer Finanzzeitung gewaltig: Börsengehandelte Goldfonds (ETF) konnten seit Jahresanfang mehr als 1,6 Millionen Unzen dazukaufen, 1,8 Milliarden US-Dollar zusätzlich sind somit in Gold gelandet.

Zudem legt die Nachfrage nach Goldmünzen massiv zu. Seit Jahresanfang wurden in den ersten 14 Tagen etwa 50 Prozent mehr Goldmünzen verkauft als im ganzen Januar 2015. Weitere Impulse kommen aus den Schwellenländern: Indien und China haben ihre Importe an Gold zum Jahresende deutlich gesteigert. Vor allem in Asien, wo die Aktienmärkte seit Monaten von einem Mini-Crash zum nächsten stolpern, ist die Nachfrage nach dem „sicheren Hafen“ gewaltig: Festlandchina hat aus Hongkong 81 Prozent mehr Gold gekauft als im Vorjahresmonat. In die Reihe der großen Goldkäufer reiht sich auch Russland ein, das Land hat im Jahr 2015 deutlich mehr Gold als im gesamten Jahr 2014 gekauft. Während bei den physischen Goldkäufen sowie der Nachfrage der institutionellen Anleger seit Jahren kaum Rückgänge zu verzeichnen sind, hat sich in einem anderen Marktsegment eine erstaunliche Wendung vollzogen: Die Hedgefonds shorten Gold nicht mehr. Das Papiergold war bisher einer der stärksten Dämpfer für den Goldpreis – diese Bremse fällt jedoch künftig offenbar weg.

Auch für die kommenden Monate erwartet die „FuW“ einen steigenden Goldpreis. Sinkende Zinsen dürften langfristig gut für Gold sein, heißt es in der Analyse. Die Sorgen um die Weltkonjunktur und China an den Märkten dürften andauern, die Euroschwäche sorgt für zusätzliche Goldgewinne bei Anlegern im Euroraum.


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