Börsen nach Brexit unter Druck, Gold unterstreicht Aufwärtstrend

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Die Finanzmärkte kommen auch knapp eine Woche nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien nicht zur Ruhe – es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Hiobsbotschaften von der Insel nach Kontinentaleuropa drängen. Nach der Entscheidung einer knappen Mehrheit der Wähler, die Europäische Union zu verlassen, steht nun ein Zerfall des Vereinigten Königreichs bevor: Schottland trifft konkrete Vorkehrungen für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum und steht bereits in Verhandlungen mit der EU über eine Aufnahme in die Union. Auch Nordirland möchte Teil der EU bleiben – und sogar London strebt nach Unabhängigkeit, weil in der britischen Hauptstadt besonders viele EU-Anhänger leben.

Auch wenn die europäischen Spitzenpolitiker eine Hängepartie unbedingt vermeiden möchten – die Unsicherheit hat die Märkte weiterhin fest im Griff. Zwar hat die Dramatik der Kursverluste in der neuen Woche abgenommen, doch die meisten Marktbeobachter gehen lediglich von einer Verschnaufpause in einem großen Abwärtstrend aus. Derzeit sind offenbar vor allem Schnäppchenjäger mit hoher Risikobereitschaft an den Börsen unterwegs – eine Klientel, die nicht für nachhaltige Entscheidungen bekannt ist. So warnen auch viele Marktbeobachter davor, die jüngste Erholung an der Börse als langfristigen Trend zu verstehen. Die Mehrheit der Anleger bleibt an der Seitenlinie und sucht nach sicheren Häfen, in denen sie ihr Geld parken kann.

Aus diesem Grund bleibt Gold auch weiterhin die erste Wahl der Anleger – bereits vor der Brexit-Entscheidung hat ein regelrechter Run auf Gold eingesetzt. Nach dem Kurssprung vom Freitag haben viele Kunden von pro aurum sich von einem Teil ihres Goldes getrennt – noch immer sind mehr Kunden auf der Verkäuferseite. Dieser Schritt ist auch völlig nachvollziehbar und sorgt dafür, dass pro aurum die Kunden auf der Käuferseite weiterhin mit einer breiten Palette an Silber- und Goldmünzen versorgen kann. Dies ist nicht selbstverständlich, weil viele Münzprägestätten aufgrund der starken Nachfrage nach physischem Edelmetall mit der Produktion kaum hinterherkommen. Wer jetzt noch goldene Unzen ergattert, kann sich glücklich schätzen – die Versorgungssituation kann sich schlagartig ändern, wenn die Brexit-Unsicherheit bestehen bleibt. Und dass unsichere Zeiten bevorstehen, wurde in den vergangenen Tagen durch das Gebaren der britischen Führung eindrucksvoll deutlich – Premier David Cameron hat offenbar keine Eile mit dem Austrittsgesuch, während andere Politiker ein zweites Referendum oder ein Rosinenpicken in jahrelangen Austrittsverhandlungen ins Spiel bringen.

Von der kurzfristigen Erholung blieb auch Gold nicht verschont, der Preis konsolidiert auf hohem Niveau. Derzeit rangiert das gelbe Metall um die Marke von 1.200 Euro und 1.350 US-Dollar pro Feinunze und damit nur leicht unter den Hochs, die direkt nach der Brexit-Entscheidung zu beobachten waren. Immer mehr Analysten heben ihre Prognosen. Sie verweisen beispielsweise darauf, dass Gold in den vergangenen Monaten immer wieder höhere Tiefs generiert hat und dann dynamisch angestiegen ist – ein typisches Zeichen für einen Bullenmarkt.

Und im Windschatten der Edelmetalle ziehen auch die Minenwerte an – der Fonds „pro aurum valueflex“ hat in den vergangenen zwölf Monaten etwa 42 Prozent an Wert zugelegt, in den vergangenen drei Monaten waren es etwa 27 Prozent. Zwischendurch muss bei den Edelmetallen immer wieder mit leichten Rücksetzern gerechnet werden – doch der Aufwärtstrend ist solide und intakt.

Auch hinter dem Team von pro aurum liegen turbulente Tage – immerhin hatten die meisten Anleger das Votum der Briten nicht erwartet, nachdem die letzten Umfragen noch eine recht klare Mehrheit für die Befürworter des Verbleibes von England in der EU zeigten. „Edelmetalle bleiben eine Anlageklasse, die man als Versicherung der ersparten Lebensleistung braucht“, unterstreicht pro aurum Geschäftsführer Robert Hartmann mit Blick auf die jüngsten Kursturbulenzen. Sein Kollege Mirko Schmidt, ebenfalls Geschäftsführer von pro aurum, lenkt den Blick neben den aktuellen Brexit-Sorgen auch auf das fundamentale Umfeld – dieses bleibt nach seiner Einschätzung „angesichts des größten Finanzexperiments der Geschichte und historisch niedrigen Zinsen für Edelmetalle konstruktiv“ in den kommenden Jahren.

Die Strategie, Edelmetalle als festen Bestandteil ins Portfolio zu integrieren und rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Edelmetalle zu investieren, hat in Anbetracht des Brexits als Sicherheitsnetz gegen Kursverluste gewirkt. Wer jetzt in den Edelmetallmarkt einsteigen will, sollte den Schwerpunkt mit etwa 80 Prozent seines Edelmetall-Budgets in Gold und 20 Prozent in Silber anlegen.


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